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Hunderte Bundesheer-Videos ab sofort auf Joyn

Gestern, 13:46

Das österreichische Bundesheer bietet nun über 300 Videos auf der Streamingplattform Joyn an, darunter Doku-Reihen und Porträts von Heeressportlern. Verteidigungsministerin Tanner betonte bei einer Pressekonferenz die Bedeutung dieses Angebots in der kognitiven Kriegsführung als Beitrag zur geistigen Landesverteidigung.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) betonte angesichts der weit verbreiteten Desinformation die Bedeutung, die Kontrolle über Informationen selbst zu halten. Es sei notwendig, den internationalen Großkonzernen mit eigenen Plattformen in Österreich etwas entgegenzusetzen. Bislang nutzte das Bundesheer YouTube zur Verbreitung von Videos. Jetzt wird zusätzlich der Kanal Joyn aus dem Hause der Privatsendergruppe ProSiebenSat.1Puls4 genutzt. Neue Produktionen sollen hauptsächlich dort verfügbar sein.

Bundesheer-Medienkooperation mit Joyn: "Sehr spannende Zielgruppe"

In etwa die Hälfte der Joyn-Nutzerinnen und -Nutzer ist unter 40 Jahre alt. Damit biete man mit der unentgeltlichen Kooperation eine "sehr spannende Zielgruppe für das Bundesheer", meinte ProSiebenSat.1Puls4-Co-CEO Thomas Gruber. Natürlich wolle man damit auch dafür sorgen, dass sich mehr junge Männer und Frauen für das Bundesheer entscheiden, sagte Tanner. Doch: "Es geht auch darum zu wissen, wofür es gilt einzutreten und es zu verteidigen", so die Ministerin mit Blick auf Demokratie und Wertesystem. "Ich bin überzeugt, dass diese Kooperation viel dazu beiträgt." Die Videos lassen sich in drei Gruppen aufteilen: Produktionen des Bundesheeres, unentgeltliche Produktionen von ORF, ServusTV oder eben Sendern der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe, für die vonseiten des Bundesheeres eine Drehgenehmigung erteilt wurde, und Kooperationen mit Influencern wie Sascha Huber - ein Milizsoldat mit "ordentlichen Muckis und Schmäh", wie Brigadier Michael Hafner erklärte.

"Tagwache mit Kratky" und Gebirgsjäger

Bisher nur auf YouTube zu sehen war etwa die Reihe "Tagwache mit Kratky", in der die bekannte Radiostimme Robert Kratky das Bundesheer vom Militärhundezentrum bis hin zu den Luftstreitkräften kennenlernt. Mit der Reportagereihe "Bundesheer im Einsatz" zeigt ATV, wie es im Heer abläuft und mit der Doku "viSieonärinnen: Damen und Heer" wie sich Frauen dort einst und heute behaupten. In Arbeit befindet sich gegenwärtig eine Serie über Gebirgsjäger. Auch mehrere vom preisgekrönten Regisseur Stefan Ruzowitzky verantwortete Clips zum Heer finden sich in der Joyn-Bundesheer-Mediathek. Eine Annäherung "mit künstlerischem Blick", so Hafner. Ruzowitzky erinnerte sich, damals "kein begeisterter Wehrmann" gewesen zu sein. Doch eines habe er vom Bundesheer mitgenommen: "Das Bundesheer bringt Menschen aus verschiedensten Bereichen des Lebens zusammen."

Wehrschütz: "Gemeinsam standhalten"

Auch ORF-Ukraine-Berichterstatter Christian Wehrschütz - selbst Milizsoldat - war bei der Präsentation zugegen und bezeichnete die Kooperation als "wichtige Initiative". "Wenn das Bewusstsein dafür nicht da ist, dass man für die Gemeinschaft und deren Werte einsteht, dann helfen Waffen auch nichts", sagte er. Dass er für eine Streamingplattform abseits des ORF Werbung mache, sei kein Problem. "Es ist sinnlos, sich im Schrebergarten zu streiten. Wir müssen gemeinsam versuchen, standzuhalten", sagte Wehrschütz.

(APA/Red)

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