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IG Windkraft: Rascher Ausbau schafft Sicherheit

Gestern, 10:41

Zum vierten Jahrestag des Angriffs Russlands auf die Ukraine fordert die IG Windkraft den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien. Sie betonte die Abhängigkeit von teuren Gasimporten im Winter und warnte vor geopolitischen Risiken. Zur Stärkung der strategischen Autonomie sollte der Bau der 214 baureifen Windkraftanlagen zügig erfolgen.

Laut IG Windkraft sind die österreichischen Gasspeicher mit nur einem Drittel gefüllt und nähern sich gefährlich Krisenständen. Österreich importiert über zwei Drittel seines Energiebedarfs im Winter durch Gas. Der Ausbau von Winterstrom und die Flexibilisierung des Stromsystems sind noch unzureichend, so Josef Plank, Präsident der IG Windkraft. Genehmigte Projekte könnten 3 TWh Winterstrom liefern, aber der Ausbau ist wegen langsamer Stromnetzentwicklung und unsicheren Bedingungen zu langsam. IG Windkraft fordert schnellere Genehmigungsverfahren, bessere Behördenausstattung und verbindliche Flächenplanung.

IG Windkraft: "Keine Sicherheit ohne Energiesicherheit"

Sicherheitsexperten flankieren die Forderung der Branchenvertretung. Durch den EU-Beschluss, bis 2027 aus russischem Erdgas auszusteigen, brechen bisherige Gewissheiten weg, während neue Abhängigkeiten von Flüssiggas (LNG) aus den USA oder Katar entstünden. Michael Zinkanell, Direktor des Austria Instituts für Europa- und Sicherheitspolitik, betonte: "Es gibt keine Sicherheit ohne Energiesicherheit." Energie werde zunehmend als geopolitisches Druckmittel genutzt. "Je weniger fossile Energie wir importieren müssen, vor allem aus Russland - aber auch aus den USA - desto weniger leicht sind wir erpressbar", so Zinkanell. Die Branche argumentiert zudem mit den volkswirtschaftlichen Kosten. Österreich gebe derzeit jährlich rund 3 Mrd. Euro für Gasimporte aus. Für Franz Angerer von der Österreichischen Energieagentur steigt der Druck, den Wandel rasch zu vollziehen. "Die Zeit des vermeintlich billigen Pipelinegases ist vorbei", so Angerer. Die sofortige Umsetzung der baureifen Windkraftprojekte könne den nächsten Gaswinter abfedern.

(APA/Red)

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