Die im nächsten Finanzausgleich geplante Zweckbindung der Wohnbauförderungsbeiträge mit den Ländern wurde von Vizekanzler Babler in einem Interview mit "a3-Bau" vorgestellt und erhielt nun positives Feedback von Branchenverbänden. Ziel ist es, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bereitgestellten Mittel für leistbaren Wohnraum zu verwenden.
Die ARGE Eigenheim sieht aufgrund sinkender Neubautätigkeiten bei gemeinnützigen Bauvereinigungen dringenden Handlungsbedarf. Im letzten Jahr gab es einen Rückgang der Fertigstellungen um 32 Prozent im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt. Ohne stabile, zweckgebundene Finanzierung droht ein weiterer Verlust an Bauleistung und leistbarem Wohnraum, so Obfrau Isabella Stickler. Die Baukrise stellt zudem eine Herausforderung für den Arbeitsmarkt und die Standortpolitik dar; seit 2021 verloren über 17.500 Bauarbeiter ihre Jobs. Eine dauerhafte und ausreichend abgesicherte Zweckbindung ist notwendig, wie die ARGE betont.
Für den sozialdemokratischen Verein für Wohnbauförderung (VWBF) wäre dies "ein entscheidender wohnungspolitischer Meilenstein und würde zu einer nachhaltigen Stärkung des geförderten Wohnbaus führen und zeigt überdies, wie wichtig ein eigens mit Wohnagenden betrautes Ministerium ist", sagte VWBF-Obfrau Andrea Washietl. Die finanziellen Mittel müssten dort eingesetzt werden, wo sie bestmögliche Wirkung entfalten - im leistbaren Wohnbau, so die Obfrau. Der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) sieht dies ähnlich: "Die Wohnbauförderung muss konsequent für die Schaffung von leistbarem Wohnraum eingesetzt werden - für Wohnungen, die Generationen verbinden und langfristige Sicherheit bieten", wird Verbandsobmann Michael Gehbauer in einer Aussendung zitiert.