Das Burgenland veröffentlicht in Kürze erste Ergebnisse zu Asbestbelastungen durch landesweite Luftmessungen, wobei laut Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität" akute Gefahren an getesteten Standorten ausgeschlossen sind. Die mittelfristige Entfernung belasteten Materials steht aber im Fokus, insbesondere an Orten wie der Klinik Oberwart, die die höchsten Werte aufweisen.
Das Land Burgenland veröffentlicht in den nächsten Tagen die ersten Ergebnisse der Luftmessungen zur Asbestbelastung. Die Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität" hielt dazu fest, dass auf den beprobten Plätzen keine akute Gefahrenabwehr notwendig ist. Mittelfristig soll aber belastetes Material fachgerecht entfernt werden, hieß es in einem Hintergrundgespräch.
Klinik Oberwart mit höchstem Messwert im Burgenland
Gemessen wird landesweit an rund 100 Standorten, unter anderem dort, wo die Umweltorganisation Greenpeace auf einen Asbestgehalt von bis zu 50 Prozent im Gestein gestoßen war. Der Fall war dies etwa bei der Klinik Oberwart – hier wurde der höchste Wert der Luftmessung verzeichnet – und dort seien bereits Maßnahmen gesetzt worden, sagte Andreas Temmel, Vertreter der Landesverwaltung in der Taskforce. Auf dem Gelände wurden Abrissarbeiten durchgeführt und es habe eine Schüttung und Splitt gegeben. Das Material sei inzwischen gebunden worden: "Das war sofort machbar."
Schutz der Bevölkerung im Vordergrund
Umweltmediziner Hans-Peter Hutter erklärte, dass auf den untersuchten Plätzen keine Notwendigkeit einer akuten Gefahrenabwehr besteht. Mittelfristig soll aber belastetes Material wie etwa Streugut sachgemäß entfernt werden. Überlegen müsse man sich dann auch, wie mit den vier behördlich geschlossenen Steinbrüchen im Süd- und Mittelburgenland umzugehen sein wird, meinte Hutter. Ziel sei es, die Bevölkerung zu schützen, betonte der Taskforce-Leiter.
Die Vertreter der Taskforce bekräftigten auch die Forderung nach gesetzlichen Bestimmungen auf Bundesebene, die die Gewinnung und das Inverkehrbringen natürlich vorkommender Materialien, etwa Gestein aus Steinbrüchen, an einen verbindlichen Grenzwert knüpft.
Bei höheren Temperaturen stärkere Messungen erwartet
Die Messungen an den rund 100 Standorten in etwa 25 Gemeinden sollen laut Temmel in den nächsten zwei Wochen abgeschlossen und dann im Frühjahr bei anderen Witterungsbedingungen wiederholt werden. Parallel dazu werden auch Gesteinsproben entnommen und Ausbreitungsrechnungen durchgeführt. Mit Letzteren wurde die Geosphere Austria beauftragt. Ergebnisse dazu werden in etwa fünf Wochen erwartet.
Bei Trockenheit und höheren Temperaturen sind laut dem Sachverständigen Michael Kochberger höhere Messwerte zu erwarten: "Je feuchter das Material ist, desto geringer ist die Mobilität der Fasern." Auch er appellierte, belastetes Material sachgerecht zu entfernen und zu entsorgen, und sprach sich gegen Schnellschüsse aus.