Die Qualitätskriterien sollten rasch auf eine verbindliche Grundlage gestellt werden, forderte am Donnerstag der Verein für das "ÖQZ-24", das Österreichische Qualitätszertifikat für Personenbetreuung.

Die Qualitätskriterien sollten rasch auf eine verbindliche Grundlage gestellt werden, forderte am Donnerstag der Verein für das "ÖQZ-24", das Österreichische Qualitätszertifikat für Personenbetreuung.
Der Verein hat nun ein neues unabhängiges Präsidium konstituiert und mit Vertretern und Vertreterinnen des Seniorenrats, des Gesundheits- und Krankenpflegeverbands sowie aus Wissenschaft und Praxis "prominent" besetzt, hieß es in einer Aussendung. Gefordert wird neben "klaren, einheitlichen Standards" für Vermittlungsagenturen auch leistbare Rahmenbedingungen für Betroffene und ihre Angehörigen.
Neu im Präsidium sind u.a. die beiden Seniorenvertreterinnen Ingrid Korosec (ÖVP), Präsidentin des Österreichischen Seniorenbunds, und Birgit Gerstorfer (SPÖ), Präsidentin des Pensionistenverbands Österreich. "Das ÖQZ-24 ist aktuell das einzige Regelwerk, welches Vermittlungsagenturen in puncto Qualitätssicherung in die Pflicht nimmt", erklärten die beiden Präsidentinnen. "Ziel soll es sein, die ÖQZ-24 Richtlinien generell für alle Vermittlungsagenturen verpflichtend zu machen." Die ÖQZ-24 Zertifizierungsstelle habe sich seit ihrer Einführung im Jahr 2019 überdies als "bewährtes Überprüfungsorgan" erwiesen, hieß es.
Ein wesentlicher Vorteil einer ÖQZ-24-zertifizierten Agentur liege in der Einbindung der diplomierten Fachpflege, betonte die Präsidentin des Gesundheits-und Krankenpflegeverbands (ÖGKV), Elisabeth Potzmann: "Nur so kann gewährleistet werden, dass auch pflegerische Tätigkeiten fachgerecht übertragen und durchgeführt werden können. Damit unterstützt das ÖQZ-24 auch die rechtskonforme Umsetzung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes."
Gewährleistet sei damit auch, dass die Betreuerinnen und Betreuer bei oft schwierigen Betreuungs- und Pflegeaufgaben die nötige fachliche Anleitung und Unterstützung bekommen, ergänzt Bibiana Kudziova, die als gewählte Vertreterin der Wirtschaftskammer (WKÖ) die rund 10.000 in Wien gemeldeten Betreuer:innen vertritt.
Erfreut über das Vorhaben von Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ), das Thema am Freitag zu behandeln, zeigte sich der Vorsitzende der ÖQZ-24-Zertifizierungsstelle, Johannes Wallner. "Die Einhaltung höherer Qualitätsstandards bringt jedoch auch höhere Kosten für Klientinnen und Klienten in der 24-Stunden-Betreuung mit sich, die durch entsprechende Förderungen abgefedert werden müssen." Betreuungsbedürftige in der 24-Stunden-Betreuung würden ohnehin schon den Großteil der Kosten selbst tragen und damit an ihre finanziellen Grenzen stoßen - "zusätzliche Kosten sind schlicht nicht mehr leistbar."
Transparente Qualitätskriterien und verbindliche Mindeststandards für Vermittlungsagenturen forderte auch die Bundesgeschäftsführerin des Vereins vidahelp, Yvonne Heuber. "Aus der täglichen Beratung wissen wir, wie überfordert viele Familien bei der Organisation der 24-Stunden-Betreuung sind", sagte sie.
Von wissenschaftlicher Seite wird das Präsidium durch den Soziologen und Gerontologen Franz Kolland von der Universität Wien sowie dem Pflegewissenschafter Markus Golla begleitet.
(APA/Red)
