2026 wird in Baden erstmals nach über 20 Jahren kein Beachvolleyball-Turnier der World Tour ausgetragen, da finanzielle und organisatorische Hürden die Veranstaltung auf dem gewohnten Qualitätsstandard verhindern, wie die Veranstalter bekanntgaben.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreicher internationaler Beachvolleyball-Geschichte wird es im Jahr
2026 keine Beachvolleyball World Tour in Baden geben. "Die wirtschaftlich äußerst herausfordernden
Rahmenbedingungen lassen es aktuell nicht zu, ein Turnier in jener Qualität auszurichten, für die
Beachvolleyball Baden steht", lassen die Veranstalter am Donnerstag in einer Aussendung wissen. Ein Event unterhalb eigens hochgesteckten Qualitätsstandards auszurichten, kam laut eigenen Angaben für das HSG-Team nicht infrage.
Die Entscheidung zur Absage habe man sich dennoch nicht leicht gemacht, denn sie bedeute "einen schmerzhaften Einschnitt – für HSG-Events, für Baden als Sportstandort, für den 1. Badener Beachvolleyball Verein, für das breite Netzwerk an Partnern, für die eingebundenen ansässigen Schulen, für die zehntausenden Fans sowie für alle heimischen Athletinnen und Athleten, die 2026 nun voraussichtlich kein internationales Turnier in Österreich haben werden". Außerdem gehe durch die Absage eine wichtige Bühne in der Qualifikation für die Olympia 2028 in Los Angeles verloren.
Ohne Förderungen und Sponsoren kaum realisierbar
„Nach 21 Jahren geht eine Ära zu Ende – und das schmerzt mich auch persönlich sehr. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für große Sportevents werden von Jahr zu Jahr schwieriger, sodass Projekte dieser Größenordnung ohne entsprechende Förderungen und Sponsoren nicht mehr realisierbar sind. Als Veranstalter mussten wir diese Entscheidung aus unternehmerischer Verantwortung treffen“, erklärte Dominik Gschiegl, Geschäftsführer HSG Events.
Auf Rekordjahr 2025 folgt herbe Enttäuschung
Im vergangenen Sommer gipfelte Beachvolleyball Baden noch auf seinen absoluten Höhepunkt: 2025 wurde mit der FIVB World Beach Pro Tour Challenge ein Turnier der zweithöchsten Kategorie im internationalen Beachvolleyball ausgetragen. Mit einem Preisgeld von über 250.000 US-Dollar, der Teilnahme der besten Spieler der Welt sowie den unmittelbar anschließenden CEV U22-Europameisterschaften stand Baden zwei Wochen lang im Fokus der Beachvolleyball-Welt.
Volle Hotels, weltweite Medienberichterstattung und große Begeisterung bei Fans und Athlet:innen unterstrichen die Bedeutung des Events, die sich auch im höchsten Werbewert seiner Geschichte niederschlug: Laut einer Analyse von United Synergies belief sich dieser 2025 auf 1.863.733 Euro. Rund 40.000 Besucher verwandelten das Strandbad Baden vergangenen August in Österreichs Beachvolleyball-Hauptstadt.
Nationales Turnier nicht ausgeschlossen
Insgesamt generierte Beachvolleyball Baden in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 30.000
Nächtigungen, erzielte einen nationalen Werbewert von über 20 Millionen Euro, realisierte über 200 Stunden Liveübertragungen und begrüßte mehr als 300.000 Besucher:innen. Auch wenn die internationale
Erfolgsgeschichte heuer nicht weitergeschrieben werden kann, bleibt der Beachvolleyballsport in Baden fest verankert. Gemeinsam mit dem 1. Badener Beachvolleyball Verein wird derzeit geprüft, ob heuer zumindest ein nationales Turnier als sportliche Plattform realisiert werden kann.
Großes Bedauern auch in der Politik
Auch Sportlandesrat und LH-Stellvertreter Udo Landbauer bedauert die Absage des Turniers, welches "internationale Weltklasse nach Baden gebracht und zugleich starke Impulse für die Region, den Tourismus und vor allem für den heimischen Nachwuchs gesetzt hat". Das Land Niederösterreich habe intensiv daran gearbeitet, gemeinsam mit dem Veranstalter und den Partnern eine Durchführung auch 2026 zu ermöglichen. Aufgrund der ausgebliebenen Unterstützung auf Bundesebene fehlte jedoch die "notwendige finanzielle Grundlage, um das Event auf dem international gewohnten Qualitätsniveau umzusetzen".
"Veranstaltungen dieser Größenordnung benötigen stabile organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen. Ich hoffe inständig, dass dieses großartige Sportevent bald nach Baden zurückkehren kann, da es sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus touristischer Perspektive einen hohen Stellenwert für unsere Stadt hat und weiterhin haben wird. Wir werden dieses Event auch in Zukunft nach unseren Möglichkeiten unterstützen“, ließ Badens Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli wissen.