Auch die sechste Verhandlungsrunden für einen neuen IT-Kollektivvertrag hat am Mittwoch keine Einigung gebracht.
Laut der Gewerkschaft GPA unterbreiteten die Arbeitgebervertreter erstmals ein Angebot für die tatsächlichen Gehälter in der IT-Branche. Mit einem Anstieg von 2 Prozent wurde dieses Angebot jedoch von der Arbeitnehmerseite als "weiterhin unzureichend" angesehen, wie es am Nachmittag in einer Mitteilung hieß. Der IT-Kollektivvertrag betrifft rund 90.000 Beschäftigte in der Branche.
Nach Betriebsversammlungen am vergangenen Montag soll nun mit den Betriebsratsvorsitzenden der Branche über die weitere Vorgehensweise beraten werden, so die Gewerkschaft. Kampfmaßnahmen seien nicht ausgeschlossen. "Dass nach fünf Verhandlungsrunden erstmals ein Angebot zur Erhöhung der IST-Gehaltssumme vorgelegt wurde, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber wir sind immer noch weit von einem fairen Abschluss entfernt", betonte GPA-Verhandlungsleiterin Sandra Steiner laut Aussendung.
Enttäuscht zeigt sich Martin Zandonella, Verhandlungsleiter der Arbeitgeber im Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), über die Haltung der GPA. "Die Ablehnung ist vor allem deshalb unverständlich, weil sie trotz unseres Angebots kommt, die Ist-Löhne zu erhöhen." Einer stärkeren Erhöhung erteilte Zandonella eine Absage: "Mehr ist für uns wirtschaftlich nicht vertretbar."
Die Arbeitnehmer fordern eine Erhöhung der Mindest- und Ist-Gehälter um 3,5 Prozent. Für die Mindestgehälter bieten die Arbeitgeber laut GPA ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent. Ein Termin für die siebente Verhandlungsrunde ist noch nicht fixiert.