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Sozialorganisationen schlagen wegen Sparmaßnahmen Alarm

Gestern, 13:30

Aufgrund von Einsparungen im Sozialbereich und der bevorstehenden Reform der Sozialhilfe könnten erhebliche Folgekosten für die Gesellschaft entstehen, warnen Sozialorganisationen am Dienstag.

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ) sowie 43 weitere Sozialorganisationen und Interessenvertretungen, darunter Caritas, Volkshilfe und der Dachverband Österreichischer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, warnten in Aussendungen besonders vor Kürzungen, die sehbehinderte Personen und Kinder betreffen, die von Armut oder Ausgrenzung bedroht sind.

Kritik von Sozialorganisationen an Sparmaßnahmen und Sozialhilfe-Reform

Der Dachverband Österreichischer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen wies darauf hin, dass die drohenden Einschnitte 344.000 Kinder und Jugendliche, die in Österreich am oder unter dem Existenzminimum leben, besonders hart treffen könnten. Die Gesamtausgaben für die Sozialhilfe beliefen sich 2024 auf 1,317 Mrd. Euro, was 0,27 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und somit einem geringen Anteil am Gesamtbudget entsprach. Demgegenüber standen einer OECD-Studie aus dem Jahr 2023 zufolge Folgekosten von rund 17,2 Mrd. Euro jährlich, ein Anteil von 3,6 Prozent am BIP, die die sozioökonomische Benachteiligung von Kindern verursacht.

Dazu zählen etwa höhere Gesundheitsausgaben, geringere Steuereinnahmen oder Arbeitslosigkeit, wie die Organisationen beanstandeten. Notwendig sei daher "eine finanzielle Absicherung für Kinder und Jugendliche, die armutsfest ist" genauso wie der "Ausbau kindbezogener Sozialleistungen". Dem Regierungsprogramm entsprechend soll die Sozialhilfe bis Anfang 2027 reformiert werden. Im Zuge der Reform könnte wieder eine bundesweite Vorgabe für eine Höchstgrenze bei den Kindersätzen eingeführt werden. Derzeit gelten für die Sozialhilfehöhe für Kinder je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen.

Sparmaßnahmen treffen auch Sehbehinderte

Der BSVÖ warnte vor Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen durch Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand im Bundesbudget für 2025 und 2026. Die Interessensvertretung führte die Halbierung des Mobilitätszuschusses, den Aufstockungsstopp für Mittel im Unterstützungsfonds und weniger Förderungen an. Inklusion und Chancengleichheit seien viel mehr "gesellschaftlicher Gewinn" als Kostenfaktor", so BSVÖ-Präsident Markus Wolf, der auch mehr Investitionen in die Integration von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt und die Umsetzung des "One-Stop-Shops" für die Beschaffung von Heilbehelfen und Hilfsmittel forderte. Seien Menschen mit Behinderungen ohnehin häufiger arbeitslos, sei die Quote bei blinden und stark sehbehinderten Menschen besonders hoch.

(APA/Red)

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