Zum traditionellen Heringsschmaus am Aschermittwoch gibt es schlechte Nachrichten: Die Heringsbestände sind in weiten Teilen des Nordost-Atlantiks in kritische Bereiche gesunken, berichtete der WWF am Montag.
Die Fangmengen liegen oft über den wissenschaftlichen Empfehlungen, erläuterte WWF-Meeresbiologe Axel Hein in einer Aussendung. Wer dennoch zu Fisch greifen möchte, dem empfiehlt der Experte Bio-Fisch wie Forelle, Saibling oder Karpfen aus heimischen Gewässern.
"Fisch sollte als Delikatesse und nicht täglich konsumiert werden. Denn rund 90 Prozent der Meeres-Fischbestände sind überfischt oder bis an ihre Grenzen befischt", betonte Hein. Gerade der Hering, lange eine nachhaltige Alternative zu anderen Arten, sei längst nicht mehr automatisch bedenkenlos zu konsumieren. "Viele Heringsbestände sind durch jahrelange Überfischung stark geschwächt. Die Klimakrise verschärft die Lage weiter, da wärmeres, sauerstoffärmeres Wasser insbesondere empfindlichen Arten wie Hering oder dem Kabeljau massiv zusetzt. Damit fehlen sie auch als Nahrungsgrundlage für Seevögel, Schweinswale, Robben und größere Fische, die auf sie als Nahrung angewiesen sind", sagte Hein.
Mit einem Selbstversorgungsgrad von nur acht Prozent sind die österreichischen Fischressourcen rein rechnerisch bereits Ende Jänner erschöpft. 92 Prozent des konsumierten Fischs werden importiert - vor allem beliebte Arten wie Lachs, Thunfisch und Garnelen. "Mit Grundschleppnetzen gefangene Garnelen sind nicht nur umwelt-, sondern auch um ein Vielfaches klimaschädlicher als der Karpfen aus dem Waldviertel", berichtete Hein.