logo



[email protected]

Österreich hinkt bei Frauenanteil in Börsen-Vorständen hinterher

Gestern, 08:44

In den Vorständen der Wiener Börse Index-gelisteten Unternehmen in Österreich stagniert der Frauenanteil bei 13,8 Prozent. Keine der 54 Firmen hat eine weibliche Vorstandsvorsitzende. Dies geht aus dem "Mixed Leadership Barometer" von EY hervor, Stand 1. Januar 2026.

Von den insgesamt 188 Mitgliedern in den Vorständen sind nur 26 Frauen vertreten. Diese Zahl entspricht dem Stand der letzten Untersuchung im August 2025. Da die Gesamtanzahl der Vorstandsmitglieder geringfügig abnahm, blieb der prozentuale Anteil unverändert. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen kleinen Anstieg um zwei Mandate (von 24 auf 26). Trotzdem sind die Führungsgremien weiterhin stark von Männern dominiert: 31 der 54 Unternehmen, was 57 Prozent entspricht, haben einen ausschließlich männlich besetzten Vorstand.

Frauenanteil in Börsen-Vorständen: Keine einzige CEO

Wenn Frauen in den Vorstand aufsteigen, dann selten an die operative Spitze. Die meisten Managerinnen verantworten Finanzen (10 CFO) oder operative Teilbereiche (9). Zwei Frauen sind als Risikovorstand (CRO) tätig. Die Position des Chief Executive Officer (CEO) bleibt derzeit ausschließlich Männern vorbehalten. Nur eine Minderheit der Firmen setzt auf gemischte Teams: Lediglich drei Unternehmen (BKS Bank, Marinomed Biotech, Oberbank) haben mehr als eine Frau im Vorstand. Branchenmäßig liegen Energie sowie Transport & Logistik mit einem Frauenanteil von je 20 Prozent voran. Schlusslichter sind die Automobil- und Telekommunikationsbranche, deren Vorstände komplett frauenfrei sind.

Frauenanteil in den VorstŠänden und AufsichtsrŠäten in 54 böšrsennotierten Unternehmen in օsterreich.

Kritik an Gesetzesnovelle zu Frauenanteil in Börsen-Vorständen

Helen Pelzmann, Partnerin bei EY Law, übt Kritik am aktuellen Entwurf des Gesellschaftsrechtlichen Leitungspositionengesetzes (GesLeiPoG), das die EU-Richtlinie "Women on Boards" umsetzen soll. Der Entwurf sei im Vergleich zur ursprünglichen Fassung "spürbar verwässert" worden. Eine ursprünglich geplante verbindliche Regelung, wonach in Vorständen mit mehr als zwei Mitgliedern mindestens eine Frau vertreten sein muss, wurde gestrichen. "Damit wird aus einem klaren Gleichstellungsinstrument eine weitgehend unverbindliche Empfehlung", so Pelzmann.

Frauenquote wirkt im Aufsichtsrat

Besser sieht die Situation in den Kontrollgremien aus, wo bereits gesetzliche Quoten greifen. In den Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil bei 31,7 Prozent (166 von 523 Mandaten). Dies ist allerdings nur ein minimaler Anstieg gegenüber August 2025 (31,5 Prozent). Ab Ende Juni 2026 soll eine verschärfte Quote von 40 Prozent für Aufsichtsräte gelten. Aktuell erreicht die Finanzbranche mit 40,5 Prozent als einzige diesen Wert im Schnitt, während die Rohstoffbranche mit 16,7 Prozent weit abgeschlagen ist.

(APA/Red)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]