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Jahrestag von Villach-Anschlag - Kaiser will Maßnahmen

Gestern, 13:01

Kärntens Landeschef Peter Kaiser will auf europäischer Ebene Maßnahmen gegen Radikalisierung über Internet und soziale Medien sehen. Zwei Tage vor dem Jahrestag des Anschlags von Villach erklärte er: "Der Schmerz und die Trauer über diese abscheuliche Tat sitzen nach wie vor tief."

Anlässlich des bevorstehenden Jahrestages des islamistischen Terroranschlags in Villach hat Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) Maßnahmen auf EU-Ebene gegen Radikalisierung über Internet und soziale Medien sowie bessere Integration gefordert. In einer Aussendung am Freitag sagte Kaiser: "Der Schmerz und die Trauer über diese abscheuliche Tat sitzen nach wie vor tief." Zum Jahrestag des Anschlags am Sonntag ist in Villach eine Gedenkmesse geplant.

"Hausordnung" noch nicht fertig

Um Kärnten "als geschützten Ort" zu sichern, brauche es "klare Regeln, die für alle gelten", so der Landeshauptmann. "Wer in unserem Land Schutz findet, muss unsere Gesetze, unsere Werte und unser friedliches Zusammenleben ohne Wenn und Aber respektieren." Die Landesregierung hatte im September dazu eine Arbeitspflicht und eine "Hausordnung" für Asylwerber mit verpflichtenden Integrationsworkshops angekündigt. Die Landtagsklubs von SPÖ und ÖVP wurden mit der Ausarbeitung beauftragt.

Wie Kaiser drückte auch Grünen-Landessprecherin Olga Voglauer den Opfern und Angehörigen ihr Mitgefühl aus. "Auch ein Jahr später erinnert uns dieses schreckliche Ereignis schmerzlich daran, wie zerbrechlich unser Zusammenleben sein kann." Zusammenhalt sei die Antwort auf Gewalt. Der Tag habe sich "unauslöschlich in die Seele unseres Landes eingebrannt", sagte Team Kärnten-Parteichef Gerhard Köfer in einer Aussendung: "Wir sind es den Opfern und ihren Familien schuldig, alles zu tun, damit sich eine solche Tat niemals wiederholt. Wegschauen, Beschwichtigen oder Zögern darf es nicht geben."

Syrer stach in Villach auf Menschen ein

Am 15. Februar 2025 kurz vor 16.00 Uhr hatte ein 23-jähriger Syrer mitten in der Innenstadt gezielt auf Jugendliche und junge Männer eingestochen. Ein 14-Jähriger starb, fünf Personen wurden teils schwer verletzt, drei von ihnen mussten auf der Intensivstation betreut werden. Der mutmaßliche Attentäter wurde kurz nach der Tat festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Er hatte sich zum Islamischen Staat bekannt. Der Prozess gegen ihn wird dem Vernehmen nach wohl im April am Landesgericht Klagenfurt stattfinden.

(APA/Red)

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