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Tötung und Suizid in Kitzbühel: Obduktion ergab keine Gewalteinwirkung

Gestern, 16:16

Im Fall der am Dienstag in einer Wohnung in Kitzbühel aufgefundenen Leichen einer 48-Jährigen und ihres fünfjährigen Sohnes hat die bei dem Buben durchgeführte Obduktion noch keinen Aufschluss darüber gegeben, auf welche Art und Weise er getötet wurde.

Es seien "keine sichtbaren Zeichen einer Gewalteinwirkung" festgestellt worden, teilte das Landeskriminalamt am Mittwoch mit. Nun seien "weitere histologische und toxikologische Untersuchungen" erforderlich.

Man gehe aber weiter davon aus, dass die Mutter den Buben getötet hatte, sagte LKA-Leiterin Katja Tersch zur APA nach Feststehen des Ergebnisses der an der Innsbrucker Gerichtsmedizin durchgeführten Obduktion. Die Tat sei jedenfalls im Laufe des Montags verübt worden. Anschließend habe die Frau Suizid begangen. Bei ihr wurden im Zuge der Obduktion keine Anzeichen einer Fremdeinwirkung festgestellt. Bereits am Dienstag hatten die Ermittler Entsprechendes kundgetan und waren von einer Selbsttötung ausgegangen.

Es sei nunmehr jedenfalls klar, dass der Fünfjährige weder erschossen, noch erstochen noch erwürgt wurde, erklärte Tersch. Auf die Frage, ob man nunmehr von einer möglichen Vergiftung durch die Mutter ausgehen müsse, antwortete die Kriminalistin: "Das muss geprüft werden." Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen erst in ein paar Wochen vorliegen.

Tötung und Suizid in Tirol: Noch kein konkretes Motiv ersichtlich

Das genaue Motiv für die Tötung des Kindes blieb indes ebenfalls weiter unklar. Diesbezüglich verwies Tersch auf laufende Ermittlungen, vor allem im Umfeld der 48-Jährigen. Herausgefunden wurde indes, dass der letzte telefonische Kontakt der Frau mit ihrem Freundes- und Bekanntenkreis am Sonntag stattgefunden hatte.

Der Fund der Leichen am Dienstag gegen 13.30 Uhr hatte einen Großeinsatz zur Folge. Neben Ermittlern und Spurenexperten des LKA waren auch ein Rettungsteam samt Einsatzleitung und das Kriseninterventionsteam an Ort und Stelle.

Der Fall in Kitzbühel weckte unterdessen Erinnerungen an eine offenbar ähnliche Tat im steirischen Leoben Ende Jänner. Eine dabei tatverdächtige 39-jährige Mutter, die sich derzeit in Untersuchungshaft befindet, gestand mittlerweile, ihren elfjährigen Sohn in ihrer Wohnung mit einem Messer getötet zu haben.

Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.

(APA/Red)

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