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Equal Pay Day: Parteien möchten gegen Lohnschere vorgehen

Gestern, 17:04

In Österreich liegt der Gender Pay Gap bei 11,55 Prozent. Das sei nicht hinnehmbar, sind sich die politischen Parteien vor dem Equal Pay Day am morgigen Mittwoch, dem 11. Februar, einig.

Forderungen rangieren von mehr Lohntransparenz und Kinderbetreuungsmöglichkeiten bis hin zur besseren Bezahlung in klassischen Frauenberufen. Die Koalitionsparteien betonten, am Problem zu arbeiten. Die Grünen kritisierten die Regierung, die FPÖ stellte ein Maßnahmenpaket vor.

Die Regierung bekenne sich zu flächendeckenden und ganztägigen Kinderbetreuungsplätzen sowie zur Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie der EU, sagte etwa SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz. Wichtig sei eine frühe Finanzbildung, die in den neuen Lehrplänen vorgesehen ist, hob NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter außerdem hervor. Dass der Equal Pay Day im Vergleich zum vergangenen Jahr um zwei Tage vorgerückt ist, ist für ÖVP-Frauenchefin Juliane Bogner-Strauß Beweis dafür, dass "Maßnahmen zur Verbesserung der Lohntransparenz, zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gezielte arbeitsmarktpolitische Schritte" Wirkung zeigen.

Am Ziel sei man aber nicht, so der Tenor bei ÖVP, SPÖ und NEOS. Schatz forderte eine gerechtere Verteilung unbezahlter Arbeit. Bogner-Strauß sieht strukturelle Unterschiede, "die faire und gleichwertige Bezahlung über alle Branchen und Lebensphasen hinweg erschweren." Sie betonte den Langzeiteffekt des Gender Pay Gaps, den man daher nicht kleinreden dürfe: "Branchen- und Berufswahl, hohe Teilzeitquoten sowie Betreuungs- und Pflegeverpflichtungen führen nicht nur zu geringerem Einkommen, sondern auch zu niedrigeren Pensionsansprüchen." Brandstötter kritisierte die schwarz-blau regierten Schlusslichter im Bundesländervergleich: In Vorarlberg fällt der Equal Pay Day auf den 14. März, in Oberösterreich auf den 28. Februar. "Wo konservative Kräfte am Werk sind, die Reformen verschleppen, blühen rückständige Rollenbilder mit all ihren Konsequenzen", meinte sie.

Grüne Regierungskritik, FPÖ mit Maßnahmenpaket

Von der Regierung komme bei dem Thema zu wenig, kritisierten hingegen die Grünen. Diese würde "Ankündigungen" produzieren, hätte aber "fast nichts" umgesetzt, so Frauensprecherin Meri Disoski. "Die Gehaltstransparenz bleibt aus, der Ausbau der Kinderbetreuung stockt, die faire Aufteilung von Sorgearbeit fehlt." Sie mahnte unter anderem eine bessere Bezahlung in Frauenberufen wie Pflege, Sozialarbeit und Bildung ein.

Eine ganze Reihe an Forderungen präsentierte die FPÖ. Es brauche mehr Netto vom Brutto, vor allem für kleinere und mittlere Einkommen, leistbare und flexible Kinderbetreuungsangebote und verlässliche Pflegestrukturen sowie ein Recht auf Arbeitszeitaufstockung, teilte Frauensprecherin Rosa Ecker mit. Frauen hätten aktuell "weniger finanziellen Spielraum, geringere Aufstiegschancen und tragen langfristig ein erhöhtes Risiko, etwa im Hinblick auf Altersarmut, die in Österreich leider überwiegend weiblich ist", betonte sie. Deshalb sollen Frauen beim Einstieg in gut bezahlte Branchen wie Technik, Handwerk, Digitalisierung und Führungspositionen unterstützt werden. Gehaltstransparenz müsse "ohne Bürokratiemonster" daherkommen, notwendig seien zudem wirksame Sanktionen und eine konkrete Unterstützung, wenn Frauen bei gleicher Tätigkeit schlechtergestellt werden.

(APA/Red)

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