Greenpeace hat das Land Burgenland aufgefordert, die Ergebnisse der Asbest-Taskforce offenzulegen. Laut dem Land zeigen diese Messungen keine erhöhte Asbestbelastung an den untersuchten Standorten, obwohl Greenpeace zuvor hohe Asbestwerte im Gestein festgestellt hatte.
"Die Geheimniskrämerei muss endlich aufhören", so Umweltchemiker Herwig Schuster in einer Aussendung. Neben den Messergebnissen will Greenpeace Details zu den Standorten und Messbedingungen - ansonsten "können die bisher kommunizierten Auswertungen nicht unabhängig überprüft werden", meinte er. Das Land habe zwar volle Transparenz angekündigt, aber bisher nichts geliefert.
Unabhängig von den Ergebnissen seien die ersten Messungen noch nicht aussagekräftig, argumentierte Greenpeace. Asbest werde besonders bei Abrieb oder Zerkleinerung gefährlich und das feuchte Winterwetter binde den Asbeststaub. "Die jetzt durchgeführten Kurzzeitmessungen sind in jedem Fall nicht dazu geeignet, bereits Entwarnung zu geben", betonte Schuster, der sich weiter für Sofortmaßnahmen in den betroffenen Gebieten aussprach.
Die Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität" hatte vergangene Woche ihre ersten Ergebnisse präsentiert, die keine erhöhte Asbestbelastung in der Luft zeigten. Es seien zwar Asbestfasern gefunden worden, man bewege sich aber an der Nachweisbarkeitsgrenze - und: "Null ist es nirgends", erläuterte Umweltmediziner Hanns Moshammer dazu. Weil die derzeitige Witterung das Faserfreisetzungspotenzial reduziert, soll im Frühjahr bei trockenem, warmem Wetter noch einmal gemessen werden, kündigte die Taskforce an.