Allein der Anführer einer Drogenbande, bestehend aus drei jungen Männern, hat im Zentrum von Oberösterreich Drogen mit einem Straßenwert von etwa sechs Millionen Euro umgesetzt. Die Polizei bezeichnete die Verhaftung der Drogenbande am Dienstag als "einen der umfangreichsten Ermittlungserfolge der letzten Jahre im Bereich Suchtmittelkriminalität des Landeskriminalamts". Zwei der Männer wurden bereits vom Landesgericht Wels nicht rechtskräftig zu jeweils fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt.
Seit Oktober 2024 führten die Kriminalbeamten Ermittlungen gegen die professionell organisierte Bande wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Suchtgifthandels durch. Die Beschuldigten sollen mit hoher krimineller Energie, strukturiertem Vorgehen und einem weit verzweigten Netzwerk an involvierten Personen agiert haben, teilte die Landespolizeidirektion mit. Ein 21-jähriger und ein 22-jähriger Verdächtiger wurden als erste identifiziert, verhaftet und vor Gericht gestellt. Ihnen wird der Schmuggel und Verkauf von rund 170 Kilogramm Cannabiskraut zur Last gelegt.
Anfang Juli 2025 wurde dann noch ein dritter mutmaßlicher Haupttäter aus dem Raum Lambach festgenommen. Der 21-Jährige soll rund 150 Kilo Cannabiskraut und Haschisch, etwa 14 Kilo Kokain, rund 16 Kilogramm Methamphetamin sowie kiloweise MDMA und Amphetamine verkauft haben. Die Professionalität des Trios zeige sich laut Polizei auch in den sichergestellten Organigrammen, detaillierten Handlungsanleitungen für Kuriere, Bunkerhalter und Subverteiler sowie klar definierten Zuständigkeiten innerhalb des kriminellen Netzwerks.
Außer dem Trio wurden mittlerweile zwölf weitere Beitragstäter festgenommen und zahlreiche weitere involvierte Personen angezeigt. Darüber hinaus wurden 70.000 Euro sowie ein Auto im Wert von etwa 50.000 Euro sichergestellt und beschlagnahmt. Die Ermittlungen führten zudem zu Lieferanten in Serbien, Tschechien, Deutschland und den Niederlanden. Die Verfahren gegen diese internationalen Tätergruppierungen werden derzeit in Kooperation mit den jeweiligen ausländischen Polizeibehörden fortgeführt, hieß es abschließend von der Landespolizeidirektion.