Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat seinen umfangreichen Rückruf von Babynahrung erweitert, nachdem Frankreich den Grenzwert für das Toxin Cereulide herabgesetzt hat. Österreich ist laut dem Konzern nicht von der Ausweitung des Rückrufs betroffen.
Nestlé gab am Mittwoch bekannt, dass eine Charge der Marke Guigoz zurückgerufen wird. Dieser Schritt widerspricht den Erwartungen von Analysten, die keine zusätzlichen Rückrufe erwartet hatten. In Zutaten aus einer chinesischen Fabrik wurde Cereulide entdeckt, das Übelkeit und Erbrechen hervorrufen kann.
Die Fabrik beliefert zahlreiche Hersteller von Säuglingsnahrung, darunter auch Danone und Lactalis. Die Funde haben in Dutzenden von Ländern, darunter auch Österreich, zu Rückrufen geführt. Überschattet wird der Fall von Ermittlungen der französischen Justiz. Diese prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Tod zweier Säuglinge und zurückgerufenen Guigoz-Produkten, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Das französische Gesundheitsministerium und Nestlé erklärten jedoch, es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Beweise für einen solchen Zusammenhang. Ergebnisse würden in den kommenden Tagen erwartet. Frankreich hatte den Grenzwert für Cereulide am Samstag nach einem Treffen mit der EU-Lebensmittelbehörde EFSA verschärft. Nestlé hatte bereits im Jänner und Dezember Chargen von Guigoz und anderen Marken zurückgerufen.