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Ministerin Bauer schürt Angst vor Zivildiener-Mangel

3-02-2026, 13:35

In der Wehrpflicht-Debatte warnt ÖVP-Zivildienstministerin Bauer (vormals Plakolm) nun vor einem Zivildiener-Mangel und strebt eine Verlängerung des Zivildiensts auf höchstens ein Jahr und eine Ausweitung von Zusatzausbildungen für Zivildiener an.

Ministerin Bauer wies darauf hin, dass die Zahl der Zivildiener wegen Geburtenrückgangs und einer alternden Bevölkerung abnehmen könnte, was das System destabilisieren könnte. 2007 wurden 34.000 Jungen mit österreichischer Staatsbürgerschaft geboren, 2025 nur noch 30.000. Wenn die Hälfte der Wehrpflichtigen den Zivildienst wählt, könnten laut Ministerin künftig etwa 2.000 Zivildiener fehlen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Zivildienern wegen der alternden Bevölkerung um etwa 25 Prozent zwischen 2005 und 2025.

Ministerin Bauer verspricht mehr Qualifikationen und Ausbildungen für Zivildiener

Von den knapp 15.000 Zivildienern waren 2025 rund 39 Prozent im Rettungsdienst und knapp ein Viertel in der Sozial- und Behindertenhilfe tätig. Im Rettungsdienst würden künftig rund 800 und in der Alten- und Behindertenhilfe knapp 500 Zivildiener fehlen, so Bauer. Ausgebaut werden soll der Erwerb von weiteren Qualifikationen und Ausbildungen. Wie es schon im Rettungswesen die Möglichkeit zur Ausbildung zum Sanitäter gibt, soll ein einjähriger Zivildienst auch dafür sorgen, dass Zivildiener in der Sozial- und Behindertenhilfe eine Ausbildung abschließen können, die ihnen im späteren Berufsleben zugute kommt.

Bauer verspricht sich dadurch eine Erhöhung des gesellschaftlichen Nutzens des Zivildienstes. In Zahlen bemessen liege dieser derzeit nach Abzug der Kosten bei jährlich 1,5 Milliarden Euro. Wie von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) anvisiert, könnte auch nach Bauers Ansicht die Volksbefragung über die Verlängerung der Wehrpflicht "im Herbst" stattfinden. Philippe Narval, Generalsekretär der Lebenshilfe, und Peter Kaiser, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, unterstützten Bauers Forderungen und sprachen sich ebenfalls für eine Verlängerung auf ein Jahr aus. Auf Nachfrage sagte Kaiser, er wünsche sich eine "raschest mögliche Entscheidung, die uns Klarheit gibt."

Weniger Unterstützung erfuhren Bauers Reformvorhaben von einer Servicestelle für internationale Freiwilligeneinsätze. In einer Aussendung zeigte sich WeltWegWeiser besorgt darüber, dass Bauer die Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialen Jahres als Zivilersatzdienst abschaffen wolle. Die Ministerin hatte zuvor gemeint, sich Änderungen bei der Anerkennung des Freiwilligen Sozialen Jahres als Zivildienst vorstellen zu können.

(APA/Red)

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