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Rückruf von Danone-Babynahrung in Österreich

1-02-2026, 10:09

Nach dem Skandal in der Branche wegen kontaminierter Babynahrung hat der französische Konzern Danone in Österreich vier Chargen des Produkts Aptamil zurückgerufen.

Der Rückruf der Babynahrung erfolgte aufgrund der möglichen Anwesenheit des Bakteriengiftes Cereulid, wie Danone am Samstag mitteilte. Der Schritt wurde in Abstimmung mit den österreichischen Behörden vorgenommen und betrifft ausschließlich die vier Aptamil-Produkte mit dem angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum.

Danone ruft Babynahrung in Österreich zurück: Diese Chargen sind betroffen

Folgende Chargen der Babynahrung von Danone sollen nun zurückgegeben werden: Aptamil Pronutra Pre, 1,2kg: Mindesthaltbarkeitsdatum 19-11-2026, Aptamil Pronutra 1 DE, 800g: Mindesthaltbarkeitsdatum 10-11-2026, Aptamil Profutura Pre D, 800g: Mindesthaltbarkeitsdatum 20-04-2027 und 30-04-2027. Sollten Eltern Produkte der vier oben genannten Chargen vorrätig haben, bat Danone die Produkte nicht noch weiter zu füttern, sondern dort zurückzugeben, wo diese gekauft wurden. Der Kaufpreis werde auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Selbstverständlich erhalte man dafür Ersatz. Eltern könnten sich hierfür sowie für alle weiteren Fragen an den Verbraucherservice sowie an das Aptacare Expertenteam wenden, teilte Danone mit.

Skandal startete mit Rückruf von Nestlé-Babynahrung

Die NGO Foodwatch, die erst vor kurzem gewarnt hatte, dass Aptamil-Produkte derzeit schleichend aus Online-Shops und Regalen von Supermärkten und Drogerieketten verschwinden würden, übte am Samstag Kritik: "Dass Danone jetzt selbst jene Produkte zurückruft, über die wir bereits am Mittwoch berichtet haben, spricht für sich", sagte Indra Kley-Schöneich, Geschäftsführerin von foodwatch Österreich. "Was vor wenigen Tagen noch dementiert wurde, ist nun Realität. Eltern wurden trotz möglicher Gefahr nicht informiert - und das ist inakzeptabel."

Bereits Anfang Jänner musste der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé Babynahrung in etwa 60 Ländern, darunter auch in Österreich, wegen möglicher Belastung mit Cereulid zurückrufen. Danach rief auch der französische Milchindustriekonzern Lactalis Säuglingsnahrung in mehreren Ländern zurück. Es bestand ebenfalls der Verdacht, dass diese Cereulid enthalten könnte. Die französischen Behörden verwiesen darauf, dass beide Unternehmen eine aus China gelieferte Substanz verwendeten. Foodwatch hatte am Donnerstag in Paris eine Klage gegen Unbekannt eingereicht.

Schärfere Kontrollen in Frankreich angekündigt

Das französische Landwirtschafts- und Ernährungsministerium kündigte unterdessen strengere Grenzwerte für die giftige Substanz Cereulid an. Bisher dürfen davon 0,03 Mikrogramm pro Körpergewicht aufgenommen werden, dies werde nun auf 0,014 Mikrogramm verringert, teilte das Ministerium am Freitagabend mit. Der Lebensmittelriese Danone rief drei Chargen seiner Säuglingsnahrung Aptamil in Deutschland zurück. Inzwischen hat die Europäische Kommission die EU-Lebensmittelbehörde Efsa aufgefordert, einen Grenzwert für Cereulid in Produkten für Kinder festzulegen. Die Efsa soll ihre Empfehlung am Montag veröffentlichten.

(APA/Red)

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