Der VKI hat insgesamt 16 rote Nagellacke untersucht. Während viele Produkte mit guter Qualität überzeugen, gibt es Ausreißer – darunter zwei Lacke mit bedenklichen Nitrosaminen. Auch bekannte Marken patzen.
Im VKI-Test überzeugten viele der 16 getesteten Nagellacke durch gute Deckkraft und eine mehrtägige Haltbarkeit. Auch in der Schadstoffprüfung schnitten die meisten Produkte gut ab: Verbotene Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Quecksilber wurden nicht in relevanten Mengen nachgewiesen – unabhängig vom Preis. Der Testsieger war ein Produkt von DM um 2,25 Euro, gleichauf mit einem Luxuslack für 16 Euro.
Weniger erfreulich: In zwei Produkten – von Essence und Mavala – wurden Nitrosamine entdeckt, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Sie entstehen unbeabsichtigt durch bestimmte Inhaltsstoffe oder Herstellungsprozesse. Nitrosamine haben in Kosmetika nichts verloren.
Ein überraschender Verlierer im Test war das Luxusprodukt von Chanel. Beim Kreuzschnitt-Haftungstest zeigte sich, dass der Lack nicht ausreichend haftet und abblättert. Auch bei der Deklaration patzte das Produkt: Es fehlt sowohl ein Mindesthaltbarkeitsdatum als auch ein Hinweis auf die Haltbarkeit nach Öffnung (PAO). Zudem waren die Umweltwerte der Verpackung schwach. Das Fazit: „Durchschnittlich“ – und Platz am Ende des Testfelds.
Insgesamt neun Produkte entsprachen nicht den gesetzlichen Kennzeichnungspflichten. Häufig fehlten Angaben wie Haltbarkeit, Inhaltsstoffe auf Deutsch oder Versiegelungen. Besonders auffällig waren Chanel, Rimmel, Catrice, Douglas, Essie, Hema und Yves Rocher.
Nagellacke auf Lösungsmittelbasis sind nicht für Kinder geeignet – auch wasserbasierte Varianten enthalten oft bedenkliche Inhaltsstoffe. Der VKI rät daher, auf Azofarbstoffe zu verzichten und auf klare Inhaltsstofflisten zu achten. Statt kosmetischer Produkte seien abwaschbare Farben zum Spielen eine bessere Wahl für kleine Kinder.
Die ausführlichen Testergebnisse gibt es ab 29. Jänner 2026 in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf