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Tonfall wichtig: So reagieren Hunde auf die menschliche Sprache

Heute, 05:00

Emotionen übertragen sich – nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Hunde. Eine neue Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigt: Bereits der Tonfall menschlicher Sprache beeinflusst die körperliche Stabilität von Hunden – selbst dann, wenn sie die Wörter gar nicht verstehen.

Hunden geht ein bisschen Balance verloren, wenn sie zornig gesprochene Worte von Menschen hören, berichtet die Wiener Tiermedizinerin Nadja Affenzeller. Besonders fröhliche Stimmen rauben manchen Vierbeinern auch ein wenig Gleichgewicht, andere werden davon hingegen stabilisiert. Emotionale Erregung, die durch die menschliche Ausdrucksweise übertragen wird, beeinflusst demnach die körperliche Stabilität von Hunden, erklärt sie mit Kollegen in der Fachzeitschrift "PLOS One".

Menschliche Stimme beeinflusst Hundeverhalten messbar

Das Team um Nadja Affenzeller vom Klinischen Zentrum für Kleintiere der Veterinärmedizinischen Universität Wien bat 23 Familienhunde mit ihren Besitzern für einen Test in ein Versuchslabor. Sie waren Mischlinge, Labradore und Golden Retriever, Border Collies sowie ein Pudel, belgischer Schäferhund, Terrier, Pointer, Greyster-Schlittenhund und Pinscher. Die Besitzer gaben ihren Lieblingen jeweils das Kommando, auf einer Platte still zu stehen, wo der Anpressdruck der Pfoten gemessen wurde. Dann spielten ihnen die Forscherinnen und Forscher zwei - einmal wütend, einmal freundlich ausgesprochene - Worte auf Portugiesisch vor, die die Vierbeiner noch nie zuvor gehört hatten.

Die größten Veränderungen registrierte die Druckmessplatte bei sieben Hunden, wenn sie die wütenden Stimmen hörten. "Sie zeigten keine sichtbare Bewegung, und standen für menschliche Beobachter absolut still da", sagte Affenzeller im Gespräch mit der APA. Aber ihre Feinmotorik musste offensichtlich Zusatzarbeit leisten, um dies zu bewerkstelligen. "Sowohl bei Menschen als auch bei Hunden sind die Muskeln stets aktiv, um den Körper im Gleichgewicht zu halten", erklärte sie. Die wütenden Stimmen haben die Vierbeiner wohl ein bisschen in Aufregung versetzt, was ihnen die Balance erschwerte. Allerdings fiel dies so gering aus, dass es nur die hochsensiblen Sensoren in der Messplatte registrierten - und nicht die menschlichen Beobachter.

Tonlage wichtiger als Inhalt

Auch die fröhlichen Worte kosteten zehn Hunden ein wenig Gleichgewicht. "Der Effekt auf die körperliche Stabilität kommt also wahrscheinlich vor allem von der Aufregung an sich", so die Tierärztin. Ob sie von positiven oder negativen Emotionen stammt, ist demnach weniger wichtig. Die anderen dreizehn Hunde standen nach den fröhlichen Worten wiederum stabiler da als vorher. Sie waren wohl in einer Erwartungshaltung "erstarrt" und harrten freudig, ob etwas Spannendes folgt. Vielleicht, weil ihre Besitzer fröhlichen Zurufen oft ein Spiel oder köstliches Futter folgen lassen.

(APA/Red)

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