Der Ex-Leiter der Asyl-Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen, Franz Schabhüttl, fordert die Einsetzung einer Historikerkommission zur Flüchtlingsbewegung Mitte des vergangenen Jahrzehnts.
Zehn Jahre nach den Ereignissen des Jahres 2015 sei eine sachliche und umfassende Aufarbeitung der damaligen Asyl- und Migrationspolitik dringend geboten. Die Entwicklungen dieser Jahre hätten bis heute tiefgreifende Auswirkungen auf Staat, Gesellschaft und demokratische Institutionen.
Seine persönlichen Ansichten macht Schabhüttl in einem Schreiben an die APA bereits klar: "Die Ideologie der unbeschränkten Massenaufnahme wurde totalitär eingefordert. Widerspruch war Rassismus und endete in Verachtung und Verbannung der Meinung aus dem öffentlichen Diskurs. Wer das Eigne schützen wollte, war rechts. Wer sich nicht beteiligen wollte am kulturellen und gesellschaftlichen Selbstmord, wurde mit abwertenden oder lächerlich machenden Etiketten bedacht."
Schabhüttl ist im Jahr 2017 in Pension gegangen. Davor war er rund ein Vierteljahrhundert in Traiskirchen aktiv. Seither ist er als Buchautor tätig und hat sich dabei u.a. am ehemaligen Bürgermeister von Traiskirchen, dem heutigen Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), und dem vormaligen Flüchtlingskoordinator Christian Konrad abgearbeitet. Die Titel seiner Bücher sind quasi Programm: "Brennpunkt Traiskirchen" und "Grenzenloser Zustrom".