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Kaum Bewegung: Wie uns Homeoffice langfristig schadet

Gestern, 05:00

Eine neue Studie zeigt: An Tagen im Homeoffice gehen viele Menschen kaum mehr als 1.300 Schritte. Fehlende Bewegung, steigende Sitzzeiten und unergonomische Arbeitsplätze belasten langfristig die Gesundheit. Doch es gibt Wege, den Arbeitsalltag zu Hause aktiver zu gestalten.

Homeoffice ist für viele Berufstätige längst zur Normalität geworden – mit spürbaren Auswirkungen auf Bewegung und Gesundheit. Was früher durch Arbeitswege, Meetings oder den Gang zur Kaffeemaschine an Bewegung entstand, fällt nun oft weg. Eine aktuelle SITFLEX-Studie der BAuA zeigt: Während Beschäftigte im Büro im Schnitt rund 3.000 Schritte zurücklegen, sind es im Homeoffice nur etwa 1.300 – weniger als die Hälfte.

Sitzzeiten steigen im Homeoffice

Neben dem Schrittedefizit steigt die tägliche Sitzzeit im Homeoffice im Schnitt um 40 bis 50 Minuten. Damit verlängert sich jene Belastung, die laut zahlreichen Studien ohnehin zu den größten Gesundheitsrisiken im modernen Arbeitsleben zählt. Der Weg ins Büro, kurze Abstimmungen im Gehen oder der Gang zur Kantine – all das entfällt. Die körperliche Entlastung, die früher automatisch passierte, muss heute aktiv geplant werden.

Ergonomische Ausstattung fehlt oft

Wie aktiv oder passiv ein Homeoffice-Tag verläuft, hängt auch von der Ausstattung ab. Doch obwohl Millionen Menschen regelmäßig von zu Hause aus arbeiten, ist der heimische Arbeitsplatz oft nur notdürftig eingerichtet.

Laut einer Marktanalyse von Ken Research wächst zwar das Interesse an ergonomischen Arbeitsmöbeln – allerdings nicht flächendeckend. Viele Beschäftigte arbeiten weiterhin am Küchentisch oder auf dem Sofa. Zwar bieten manche Unternehmen Homeoffice-Budgets an, der Großteil der Arbeitnehmer investiert jedoch privat – oder gar nicht. Immerhin: Seit 2023 können bis zu 1.260 Euro jährlich als Homeoffice-Pauschale steuerlich geltend gemacht werden.

Bewegung braucht neue Routinen

Im Homeoffice ist Bewegung keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern eine bewusste Entscheidung. Kurze Dehnübungen, gelegentliches Aufstehen, der Gang durch die Wohnung oder ein Spaziergang in der Mittagspause helfen, den Körper aktiv zu halten.

Hilfreich sind auch technische Lösungen wie Bürolaufbänder, die leise und platzsparend unter höhenverstellbaren Schreibtischen genutzt werden können. Vor allem bei Online-Meetings oder Fortbildungen lässt sich so Bewegung in den Arbeitstag integrieren, ohne die Konzentration zu stören.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information über aktuelle Forschungsergebnisse. Er erstetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an den Arzt Ihres Vertrauens.

(Red)

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