Seit einiger Zeit erleben proteinhaltige Produkte einen Boom, und für den aktuellen Marktcheck hat Greenpeace nun das Angebot an Proteinriegeln in österreichischen Supermärkten und Drogerien untersucht.
Das Resultat im Greenpeace-Marktcheck war nicht positiv, denn von 293 untersuchten Proteinriegeln waren lediglich vier für die NGO empfehlenswert. Kritisiert wurde unter anderem, dass bei über 80 Prozent das Hauptprotein aus tierischen Quellen wie Rindfleisch von oft unklarer Herkunft kommt und dass Produkte in Bio-Qualität selten sind.
Nur das empfehlenswerte Quartett wies die Eigenschaften "biologisch hergestellt" und "rein pflanzlich" auf und hat zudem eine soziale Zertifizierung für fair produzierten Kakao. Erhältlich sind diese Riegel von "Naturally Pam" und einer von "Nussy" bei Bipa, Spar und Interspar. Entsprechend fällt das Gesamturteil aus: Die beste Note im Marktcheck ist lediglich ein "Befriedigend" - vergeben an Spar und Bipa. Proteinriegel in Bio-Qualität seien allerdings bei den Lebensmittel-Diskontern nicht erhältlich und bei Drogerien nur bei Bipa und dm zu finden.
Bei den tierischen Proteinen handelte es sich um Kollagenhydrolysat, Calciumcaseinat oder Molkenproteinisolat. "Nur bei rund 15 Prozent kommt es laut Handelsangaben aus der EU. Vereinzelt wurden auch Länder wie Argentinien, China und Südkorea genannt", kritisierte Greenpeace in einer Aussendung am Dienstag. Zudem werde bei Riegeln mit tierischem Eiweiß vielfach Gentechnik-Futter eingesetzt.
Greenpeace kritisierte weiters, dass etwa die Hälfte der Riegel Palmöl enthält, dessen Anbau oft wertvolle Urwälder in Ländern wie Indonesien zerstört. Fast alle Produkte enthalten auch Kakao, aber nur etwa ein Prozent der Riegel ist Fairtrade-zertifiziert - ein Siegel, das einen Mindestlohn garantiert und Kinderarbeit verbietet.
"Rein pflanzliche Proteinriegel in Bio-Qualität mit Fairtrade-Zeichen sind die beste Wahl. Wer möchte, kann Protein-Snacks auch einfach selbst machen oder Eiweiß über Lebensmittel wie Tofu, Linsen und Bohnen aufnehmen", empfiehlt Gundi Schachl, die Leiterin des Greenpeace-Marktchecks. Die pflanzlichen Eiweißquellen belasten die Umwelt im Schnitt nur etwa ein Drittel so stark wie tierische Produkte, so die NGO.