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Wahl-Beben in St. Pölten: SPÖ verliert absolute Mehrheit

25-01-2026, 20:16

Die SPÖ hat laut ersten Hochrechnungen bei der Gemeinderatswahl in St. Pölten ihre absolute Mehrheit verloren. Bürgermeister Matthias Stadler sprach von einem "klaren Auftrag", zeigte sich aber enttäuscht. Um Platz zwei liefern sich ÖVP und FPÖ ein knappes Rennen.

Die SPÖ dürfte bei der Gemeinderatswahl in St. Pölten am Sonntag nach 61 Jahren die absolute Mehrheit verloren haben. Bürgermeister Matthias Stadler sprach kurz nach 19.00 Uhr von einem Trend, der das aussage. Um Platz zwei gab es demnach ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ÖVP und FPÖ. Die Wahlbeteiligung sei weiter niedrig gewesen (2021: 55,96 Prozent).

SPÖ verlor laut Trend absolute Mehrheit in St. Pölten

Die SPÖ werde nach wie vor eine große Mehrheit haben, erläuterte der sichtlich enttäuschte Stadler. Die Wähler hätten der Sozialdemokratie in St. Pölten "unter meiner Führung" einen klaren Auftrag gegeben. Er "bleibe an Bord", so der Bürgermeister. Dass die SPÖ nicht zu den Wahlgewinnern zähle, "bedaure ich sehr", betonte Stadler. Es "dürfte der Bundestrend schon stark durchschlagen", sagte der Stadtchef, ohne sich "bei anderen abputzen zu wollen". Die Ausgangslage sei "nicht großartig gewesen", zudem habe sich gezeigt, dass Konsolidierung nicht populär sei.

ÖVP-Spitzenkandidat Florian Krumböck sprach von einem "historischen Abend, der die Stadt St. Pölten verändern wird". Die Volkspartei habe "für die Umstände ein solides Ergebnis" eingefahren, mit dem dem Bundestrend getrotzt worden sei. Die niederösterreichische Landeshauptstadt habe "frischen Wind gewählt", man werde alles dafür tun, das auch zu ermöglichen.

FPÖ-Antauer: "Starkes Zeichen gesetzt"

"Überglücklich" angesichts der Zugewinne für die FPÖ zeigte sich deren Listenerster Landesrat Martin Antauer. Man habe "ein ganz starkes Zeichen" gesetzt, das Resultat offenbare, "dass die Bürger freiheitliche Politik im Rathaus wollen". Antauer zeigte sich auch froh über das Brechen der SPÖ-Absoluten. In den kommenden Tagen wollen sich die Blauen zusammensetzen und mit allen Parteien Gespräche führen.

Der Verlust der Absoluten durch die Sozialdemokraten werde "der Stadt sehr gut tun", betonte Walter Heimerl-Lesnik (Grüne). Der Listenerste sah seine Partei nun aber nicht in der Position, "um Ansprüche zu stellen", Gesprächsbereitschaft bestehe allerdings, man wolle "gerne mitgestalten".

Bernd Pinzer von den NEOS wollte angesichts des Trends in einem ersten Statement noch abwarten. Im Wahlkampf habe man den Finger in die Wunde gelegt und unbequeme Wahrheiten angesprochen. Glücklich über den vermutlichen Einzug in den Gemeinderat zeigte sich KPÖ-Spitzenkandidat Max Zirngast. "Das freut uns sehr", er ortete zudem "Rückenwind für soziale Politik".

(APA/Red)

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