Kälteperioden im Jänner bringen heimische Vogelarten wie Meisen, Amseln oder Rotkehlchen an ihre Grenzen. Tierschutz Austria empfiehlt gezielte Winterfütterung, aber nur unter Einhaltung wichtiger Grundregeln.
Laut Biologin Leona Fux von Tierschutz Austria kann die Fütterung von Vögeln im Winter über Leben und Tod entscheiden – besonders wenn Frost und Schnee natürliche Nahrungsquellen versperren. Entscheidend seien dabei ein kontinuierliches Angebot, artgerechtes Futter und saubere Futterstellen. Wer mit der Fütterung beginnt, übernehme Verantwortung.
Kontinuität wichtiger als einzelne Kältetage
Futterstellen sollten bereits im Herbst eingerichtet werden, damit sie von den Vögeln entdeckt und genutzt werden können. Wird die Fütterung während einer Kälteperiode plötzlich eingestellt, fehlen vielen Tieren alternative Nahrungsquellen. Erst mit stabilen Frühlingstemperaturen kann das Angebot schrittweise reduziert werden.
Hygiene schützt Vögel vor Krankheiten
Unsachgemäße Fütterung kann Krankheiten begünstigen. Vögel sollten nicht im Futter sitzen – offene Schalen sind daher problematisch. Besser geeignet sind geschlossene Silos oder Futtersäulen, die Futter trocken und sauber halten. Auch bodennahe Futterstellen für Arten wie Amseln sind möglich, müssen aber regelmäßig gereinigt werden. Verdorbenes Futter ist zu entfernen.
Was eignet sich als Futter – und was nicht
- Sonnenblumenkerne, Hirse, Hanf
- ungesalzene Nüsse und Fettblöcke
- kleine Mengen Rosinen oder Apfelstücke
Nicht geeignet sind Brot, Essensreste oder stark verarbeitete Lebensmittel. Sie können zu Verdauungsproblemen und Mangelernährung führen. Wichtig ist außerdem eine tägliche Kontrolle von Wasserstellen – Vögel benötigen auch im Winter frisches, eisfreies Wasser zum Trinken und Baden.
Winterfütterung ersetzt keine Lebensräume
Langfristiger Vogelschutz braucht mehr als Futterstellen. Laut Tierschutz Austria sind naturnahe Gärten, heimische Sträucher und Wildpflanzen entscheidend für stabile Vogelpopulationen. Nur strukturreiche Lebensräume bieten ganzjährig ausreichend Nahrung und Rückzugsorte.