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Birdlife-Wintervogelzählung mit Teilnahmerekord

21-01-2026, 10:28

Birdlife Österreich ist erfreut über einen neuen Teilnahmehöchststand bei ihrer jüngsten Zählung der Wintervögel. Über 33.000 Naturliebhaber haben dieses Jahr eine Stunde ihrer Zeit für die Wintervogelzählung investiert - etwa ein Viertel mehr als im Vorjahr, so Birdlife Österreich am Mittwoch.

Im Durchschnitt hielten sich 29 Vögel in den Gärten der Haushalte auf. Insgesamt wurden 733.671 Vögel an 25.256 Zählorten bei der Birdlife-Wintervogelzählung in ganz Österreich erfasst. Evelyn Hofer, die Projektleiterin der Vogelschutzorganisation: "Wir sind überwältigt vom Interesse an unserer Zählung und dankbar für jede Meldung, die uns wertvolle Informationen über unsere heimische Vogelwelt liefert!" Die Kohlmeise war von 3. bis 6. Jänner 2026 der häufigste Vogel im winterlichen Siedlungsraum und wurde an neun von zehn Zählorten angetroffen. Zweithäufigster Vogel war der Haussperling, gefolgt vom Feldsperling auf Platz drei. Die Top-3-Plätze waren damit ident zum Vorjahr.

Zuletzt stabile Zahlen bei Birdlife-Wintervogelzählung

Es wurden durchschnittlich 29 Vögel beobachtet, zwei weniger als im Vorjahr. Zuletzt stabil, zeige sich im Langzeitvergleich über 17 Jahre eine deutliche Abnahme. "Während in den ersten sechs Zähljahren noch durchschnittlich um die 40 Vögel pro Zählort anwesend waren, sind es in den letzten sechs Jahren nur mehr durchschnittlich um die 30 Vögel je winterlichem Zählort", so Hofer.

Im Vergleich zum Vorjahr blieben in Österreich heuer die Einflüge vieler Wintergäste aus dem Norden Europas weitgehend aus. Arten wie Bergfink, Kernbeißer oder Erlenzeisig wurden deutlich seltener beobachtet. Der Einflug würde immer durch eine Kombination mehrerer Faktoren bestimmt. Dazu zählen vor allem der Bruterfolg und das winterliche Nahrungsangebot in den nordischen Brutgebieten. Zusätzlich beeinflusst das Nahrungsangebot in Österreich, ob durchziehende Vögel hierbleiben oder weiterziehen.

Beim Stieglitz wurde heuer ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr festgestellt. Langfristig zeigt er jedoch als einziger Finkenvogel keinen negativen Trend im Winter. Hofer: "Der heuer wieder strengere Winter mit Frost und Schnee dürfte jedoch vermehrt zu einem Abzug in wärmere Regionen geführt haben."

Birdlife-Wintervogelzählung: Schwankungen beim Zuzug aus dem Norden

Bei Arten wie Bergfink, Erlenzeisig oder Stieglitz können also die Winterbestände je nach Zuzug aus dem Norden oder Abzug in den Süden im Jahresvergleich stark schwanken. Die Datenreihe zeigt aber auch kontinuierliche Trends auf: Bei Sperlingen, Kohlmeisen, Blaumeisen und manchen Finkenarten kann langfristig eindeutig ein Rückgang festgestellt werden. Typische Siedlungsvögel verlieren durch die zunehmende Verbauung bzw. Verdichtung des Siedlungsraums sowie naturfern gestaltete Grünräume unserer Städte und Dörfer ihre Lebensräume. Die Ornithologin: "Je weniger heimische Hecken und alte Bäume, umso weniger Vögel!"

Eines der größten Sorgenkinder im winterlichen Siedlungsraum ist der Grünling (Grünfink). Der langfristige, extrem starke Rückgang dieser Art ist auf die Vogelkrankheit Trichomoniasis zurückzuführen. Dazu kommen zunehmende Lebensraumverschlechterungen. Eine positive Entwicklung zeigte hingegen die Amsel: Nachdem es 2018 und 2019 zu deutlichen Bestandseinbrüchen gekommen war, wird die Amsel vor allem in den östlichen Bundesländern und in Vorarlberg seit drei Jahren wieder etwas häufiger in den winterlichen Siedlungen beobachtet.

(APA/Red)

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