logo



[email protected]

Neue Trump-Zölle wegen Grönland würden auch unserer Wirtschaft schaden

21-01-2026, 09:51

Die von US-Präsident Trump im Zusammenhang mit Grönland angedrohten Zölle betreffen Österreich nicht direkt, könnten jedoch das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen. Besonders betroffen wären die Branchen Metallherstellung, chemische Erzeugnisse und Bergbau.

US-Präsident Donald Trump plant, ab dem 1. Februar zusätzliche Zölle in Höhe von 10 Prozentpunkten auf Waren aus acht NATO-Mitgliedsstaaten zu erheben, falls diese sich gegen seine Ansprüche auf Grönland stellen. Ab dem 1. Juni sollen die Zölle um weitere 15 Prozentpunkte auf insgesamt 25 Prozentpunkte angehoben werden. Die betroffenen Länder sind Dänemark, Deutschland, Frankreich, Schweden, Norwegen, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland.

Koch: Trump-Zölle wegen Grönland wären "weiterer Bruch" von bewährten Prinzipien regelbasierter Handelspolitik

Globale Produktions- und Lieferketten und wirtschaftliche Verflechtungen sorgen dafür, dass auch Österreich indirekt von den neuen Zöllen betroffen wäre. Auf kurze Sicht würden Zölle in Höhe von 10 PP zu einem Rückgang der österreichischen Wertschöpfung im Ausmaß von 0,02 Prozent führen, Zölle in Höhe von 25 PP hätten einen Effekt von -0,06 Prozent. Längerfristig würden sich die Wertschöpfungsverluste bei diesem höheren Zollsatz auf 0,15 Prozent summieren. Damit wäre Österreich allerdings deutlich weniger stark betroffen als der Euroraum-20 und die EU, wo die Verluste kurzfristig 0,1 und langfristig 0,5 Prozent betragen würden.

"Die angekündigten US-Strafzölle gegenüber mehreren europäischen Ländern wären ein weiterer Bruch mit den über Jahrzehnte bewährten Prinzipien regelbasierter Handelspolitik und dem Abbau von Handelshemmnissen im Interesse aller beteiligten Staaten", sagte Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher laut Aussendung. Problematisch sei vor allem die gestiegene Unsicherheit, die Investitionsentscheidungen belaste, das Vertrauen von Unternehmen und Haushalten schwäche und sich damit "weit über die unmittelbaren Handelseffekte hinaus negativ" auswirke. "Handelspolitische Drohungen als politisches Druckmittel zu nutzen, erhöht die Risiken für die Weltwirtschaft insgesamt und schadet mittel- und langfristig allen Beteiligten", sagte Kocher.

(APA/Red)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]