Aserbaidschan hat begonnen, Erdgas nach Österreich und Deutschland zu liefern. Der staatliche Energiekonzern Socar teilte mit, dass das Gas über die Transadria-Pipeline (TAP) transportiert wird, die von der griechisch-türkischen Grenze über Griechenland und Albanien nach Süditalien verläuft und dann weiter nach Norden geleitet wird.
"Die Lieferungen, die über Italien nach Österreich und Deutschland geleitet werden, erweitern die geografische Reichweite von aserbaidschanischem Gas in Europa", so eine Mitteilung von Socar. Mit den neuen Märkten sei die Zahl der Länder, die aserbaidschanisches Gas importieren, auf 16 gestiegen.
Nach Österreich sollen einem Socar-Insider zufolge bis zu eine Milliarde Kubikmeter Gas jährlich geliefert werden. Die gesamten Gasexporte Aserbaidschans nach Europa beliefen sich im Jahr 2025 auf 12,8 Milliarden Kubikmeter. Eine weitere Steigerung der Ausfuhren hängt jedoch von Investitionen und dem Ausbau der Pipeline-Kapazitäten ab. Die Nachfrage nach aserbaidschanischem Gas ist gestiegen, seit Europa nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine seine Abhängigkeit von russischen Lieferungen verringern will. Socar hatte im Juni einen Zehnjahresvertrag mit dem deutschen Energieversorger Sefe über die Lieferung von 1,5 Milliarden Kubikmetern pro Jahr unterzeichnet. Sefe, die frühere Gazprom Germania, war in der Energiekrise 2022 vom deutschen Bund vor der Pleite bewahrt worden.