Niederösterreich ist laut Landesvize Stephan Pernkopf gut auf ein Blackout vorbereitet. Trotz der Maßnahmen von Land und Gemeinden bleibt Eigenvorsorge wichtig. Auch die Feuerwehren des Bundeslandes sind auf längere Stromausfälle eingestellt. Erfahrungen aus einem Blackout-Einsatz 2014 in Slowenien wurden in die Planungen integriert.
Niederösterreichs Landesvize Pernkopf betonte die Bedeutung der Kommunikation. Der Digitalfunk wird sicherer, 120 Notstromaggregate werden bis 2027 angeschafft. Sieben Sendeanlagen für Krisenstäbe erhalten Notstromversorgung, 500.000 Euro werden investiert.
In den nächsten Wochen sollen diese abgeschlossen werden. Im ersten Halbjahr werden 150 weitere Sender im Pagernetz fertiggestellt, um Feuerwehr und Notruf zu alarmieren. Alle 27 Landeskliniken und bald auch 50 Pflegeeinrichtungen der LGA haben Notstromversorgung. Etwa 300 von 573 Gemeinden haben spezielle Katastrophenpläne für einen Blackout; bis Jahresende sollen alle Gemeinden solche Pläne haben. Pernkopf betonte die Bedeutung kleiner, starker Einheiten vor Ort und verwies auf die über 1.700 Feuerwehren im Land. Generelles Ziel sei "Vorsorge, aber keine Panikmache", appellierte Niederösterreichs Landesvize. Aber: "Wenn der Strom ausfällt, dann geht in einem klassischen Einfamilienhaus gar nichts." Angesprochen wurde auch das jüngste Blackout in Berlin, Pernkopf sieht Österreich hier im Quervergleich in Sachen Netzstabilität besser ausgestattet.
Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner sieht sein Team ebenfalls gut aufgestellt. Gebaut wird auf Erkenntnisse, die 2014 in Slowenien gesammelt wurden, als rund 50 Mitglieder aus Niederösterreich helfend an Ort und Stelle waren. "Wir sind die einzige Organisation in Österreich, die bereits aktive Blackout-Erfahrung gesammelt hat", betonte Fahrafellner. Für die reibungslose Treibstoffversorgung im Ernstfall sind im Feuerwehr- und Sicherheitszentrum in Tulln 180.000 Liter vorrätig. 20 mobile Tankstellen könnten die Auslieferung in die Bezirke garantieren. Vorhanden seien zudem 50 Großstromaggregate sowie entsprechendes Infrastruktur-Material. In Sachen Kommunikation seien die Bezirksalarmzentralen mit Starlink-Anlagen ausgestattet worden, es bestehe auch eine Vernetzung mit der Landeszentrale. Zudem sei auch der "alte Analogfunk" vielerorts noch vorhanden.
Zahlreiche Vorbereitungen wurden bei den Helfern getroffen, aber was kann sich jeder Einzelne anschaffen, um sich einen Schutz vor einem Blackout zu verschaffen? Hier verwiesen Fahrafellner und sein Stellvertreter Martin Boyer darauf, sich Kerzen, eine Taschenlampe, ein akkubetriebenes Radiogerät sowie Lebensmittel- und Trinkwasservorräte anzuschaffen. Auch ein Notstromaggregat sei "immer eine richtige Investition", ergänzte Pernkopf. Die Genehmigungspflicht für private Geräte ist bereits entfallen.