In der Erkältungs- und Grippesaison rät der ARBÖ Niederösterreich, die eigene Fahrtüchtigkeit kritisch zu bewerten und bei Beeinträchtigungen auf das Lenken eines Fahrzeugs zu verzichten, da rechtliche Konsequenzen und erhöhte Unfallrisiken drohen.
Der Winter brachte leider auch Erkältungen und Grippe mit sich. Immer mehr Personen in Österreich sind mit Fieber, Husten und Schnupfen ans Bett gefesselt. Doch auch im Krankheitsfall sind manche Wege unumgänglich und müssen mit dem eigenen Auto zurückgelegt werden. „Grundsätzlich ist es natürlich nicht verboten, mit einem grippalen Infekt oder einer anderen Krankheit ein Kraftfahrzeug zu lenken. Allerdings ist im Gesetz klar geregelt, dass man nur dann ein Fahrzeug in Betrieb nehmen darf, wenn man geistig und körperlich dazu in der Lage ist“, führt Wolfgang Stangl, Geschäftsführer des ARBÖ in Niederösterreich, aus.
Dies bedeutet: Starker Hustenreiz, Niesattacken oder Ähnliches können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen oder sogar ganz ausschließen. Im Zweifelsfalle sollte man sich eher nicht an das Steuer setzen, da es nicht nur zu einer Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer, sondern auch zu einer Selbstgefährdung kommen kann. „Zudem kann es zu rechtlichen Konsequenzen führen und zu Problemen mit der Versicherung kommen, wenn nachgewiesen wird, dass der körperliche Zustand beim Lenken des Kraftfahrzeugs beeinträchtigt war“, so Stangl.
Auch bei der Einnahme von Medikamenten ist besondere Vorsicht geboten, da viele Präparate die Verkehrstüchtigkeit einschränken können. Darüber hinaus kann es zu einer verringerten Reaktionsfähigkeit oder anderen verkehrseinschränkenden Nebenwirkungen kommen.
Ist es dennoch notwendig, mit dem Auto zu fahren, um zum Arzt, zu einer Apotheke oder zu einem Supermarkt zu kommen, rät der ARBÖ Niederösterreich zu besonderer Aufmerksamkeit und vorausschauendem Fahren. Entscheidend ist vor allem die angepasste Geschwindigkeit: Wer plötzlich niesen muss und nur eine Sekunde lang die Augen schließt, legt in dieser Zeit bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h eine Strecke von rund 28 Metern im Blindflug zurück. Deshalb gilt: Tempo reduzieren. Bereits eine Verringerung der Geschwindigkeit um 10 km/h kann den Anhalteweg deutlich verkürzen und so die Sicherheit erhöhen.
Gerade in der Erkältungs- und Grippesaison ist es daher besonders wichtig, die eigene Fahrtüchtigkeit realistisch einzuschätzen. Wer sich krank fühlt oder in seiner Reaktionsfähigkeit eingeschränkt ist, sollte auf das Lenken des eigenen Fahrzeugs verzichten und alternative Mobilitätsmöglichkeiten nutzen oder Verwandte, Bekannte und Freunde um Hilfe bitten.