Die Luftqualität in Österreich war 2025 eine der besten der vergangenen zwei Jahrzehnte. Laut Umweltbundesamt waren die Belastungen durch NO2, Feinstaub und Ozon deutlich rückläufig – mit wenigen regionalen Ausnahmen.
Die Luftqualität war im vergangenen Jahr erneut sehr gut. Die Belastung durch Feinstaub, Stickstoffoxid und Ozon war 2025 eine der niedrigsten der vergangenen zwei Jahrzehnte, wie die am Sonntag veröffentlichte vorläufige Bilanz der Luftqualität durch das Umweltbundesamt zeigt. Grund dafür sind der kontinuierliche Rückgang der Schadstoff-Emissionen aus dem Straßenverkehr sowie der vergleichsweise milde Winter mit geringeren Heiz-Emissionen.
Weniger Stickstoffdioxid: Grenzwerte eingehalten
Die Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) war im Vorjahr etwas niedriger als 2024. Damit setzte sich der abnehmende Trend der vergangenen 20 Jahre infolge strengerer Abgaswerte für Neufahrzeuge und des steigenden Anteils von Elektromotoren fort. Der nationale Grenzwert von 30 μg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter) wurde, wie bereits im Vorjahr, im vorläufigen NO2-Jahresmittelwert 2025 an allen Messstellen eingehalten und damit auch der höhere EU-Grenzwert nicht überschritten.
Feinstaubbelastung in meisten Bundesländern unter Niveau vor 2018
Beim Feinstaub (PM10 und PM2,5) zeigt die Bilanz, dass die Jahresmittelwerte nach den vorläufigen Daten in den meisten Bundesländern unter dem Niveau der Jahre bis 2018 lagen. Beim PM10-Feinstaub wurde das gesetzliche Grenzwertkriterium (mehr als 25 Tagesmittelwerte über 50 μg/m3) an keiner Messstelle überschritten. Großflächige Überschreitungen des Grenzwertkriteriums gab es zuletzt in den Jahren 2010 und 2011. Neben dem Rückgang der Emissionen von PM10 wirkten sich auch die meteorologischen Ausbreitungsbedingungen - deutlich mildere Winter mit kürzeren Perioden, die von tiefen Temperaturen und ungünstigen Verhältnissen geprägt sind - positiv auf die Feinstaubbelastung aus.
Beim Ozon (O3) lag die Belastung 2025 über dem Durchschnitt der Jahre seit 2020, aber niedriger als in den Jahren davor. Erstmals seit zehn Jahren wurde die Alarmschwelle an einer Messstelle überschritten. Die Informationsschwelle wurde an vier Tagen an neun Messstellen überschritten, 2024 war dies an zwei Tagen an fünf Messstellen der Fall. An 36 Messstellen wurden Achtstundenmittelwerte über 120 μg/m3 an mehr als 25 Tagen registriert (2024 waren es 23 Messstellen).
Überschreitungen der Grenzwerte nach dem Immissionsschutzgesetz wurden 2025 auch beim Schadstoff Schwefeldioxid verzeichnet. Grund für die Überschreitung des Kurzzeitgrenzwerts an vier Messstellen waren Störfälle in Industriebetrieben. Im Jahr zuvor war dies ebenfalls an vier Messstellen der Fall.
Totschnig: "Wir sind auf dem richtigen Weg"
Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) bezeichnete die vorläufigen Ergebnisse zur Luftqualität als "sehr erfreulich". Sie würden klar zeigen, "dass wir auf dem richtigen Weg sind". Der konsequente Rückgang von Emissionen im Verkehr, Investitionen in moderne Heizsysteme und nachhaltige Maßnahmen würden messbar zu sauberer Luft beitragen, so Totschnig laut Aussendung und betonte: "Wir werden diesen Weg konsequent weitergehen, um die positiven Entwicklungen langfristig abzusichern."
Die vorläufige Bilanz der Luftqualität beruht auf vorläufigen Messdaten der Ämter der Landesregierungen und des Umweltbundesamtes. Die Qualitätssicherung der Daten kann noch Änderungen gegenüber den vorläufigen Daten bringen. Eine detaillierte Analyse der Luftgütedaten wird im Sommer 2026 veröffentlicht.