Das Jahr 2026 bringt für das Bundesheer neue Fahrzeuge, umfangreiche Bauprojekte – und einen bevorstehenden Wechsel an der Spitze: Generalstabschef Striedinger geht in Pension.
Das Bundesheer wird auch im Jahr 2026 die "Mission Vorwärts" mit dem "Aufbauplan 2032+" als zentralem Kern fortsetzen. Neben weiteren Anschaffungen und Investitionen in die Truppe sollen auch im Bereich Infrastruktur maßgebliche Vorhaben zu Ende gebracht werden. Auch die Suche nach einem Nachfolger für Generalstabschef Rudolf Striedinger muss in die Wege geleitet werden. Zu Ende geht die UNIFIL-Mission im Libanon, an der das Österreichische Bundesheer beteiligt ist.
Generalstabswechsel steht bevor
Bereits zu Jahresbeginn bzw. im Frühjahr wird wohl die Ausschreibung für den höchsten Posten des Bundesheeres, den Generalstabschef, starten. Schließlich geht der oberste Militär des Landes, General Rudolf Striedinger, im September 2026 in den Ruhestand.
Abschied nehmen heißt es auch für das österreichische Kontingent der UNIFIL-Mission im Libanon, hat doch der UN-Sicherheitsrat beschlossen, dass die UN-Friedensmission im Süden des Libanon Ende 2026 beendet wird. Diese besteht seit 1978, seit 2011 beteiligt sich das Österreichische Bundesheer daran. Aktuell sind rund 160 österreichische Soldatinnen und Soldaten dort im Einsatz.
Wehrdienstkommission präsentiert Bericht
Am 20. Jänner präsentiert die von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eingesetzte Wehrdienstkommission ihren Bericht zur Weiterentwicklung von Wehr- und Zivildienst sowie zur Miliz. Unter dem Vorsitz von Milizbeauftragtem Erwin Hameseder berieten Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ministerien, aber beispielsweise auch der Bundesjugendvertretung, des Gewerkschaftsbundes, der Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer seit Juni dieses Jahres über eine mögliche Reform.
Bundesheer setzt "Mission Vorwärts" fort
Im kommenden Jahr prolongiert das Heer freilich auch seine Anstrengungen im Zeichen der "Mission Vorwärts", um die Truppe an die neuen geostrategischen Herausforderungen anzupassen. Neben zahlreichen Verbesserungen, wie der laufenden Ausrollung von neuen Kampfstiefeln und Tarnanzügen, stehen auch einige maßgebliche Neubeschaffungen an.
Für 2026 ist etwa geplant, dass neun Schützenpanzer "Ulan", die derzeit bei General Dynamics European Land Systems (GDELS) erneuert werden, 16 überholte Kampfpanzer "Leopard" und 28 "Pandur" für die Truppe verfügbar werden. Zwölf neue Hubschrauber des Typs "Leonardo AW-169" und zwei weitere "S70" (Black Hawk) werden die Luftstreitkräfte unterstützen.
Fliegerhorst in Langenlebarn wird erneuert
Im Bereich der Infrastruktur sollen im kommenden Jahr mehrere maßgebliche Vorhaben zu Ende gebracht und zahlreiche Projekte offiziell begonnen werden. Die Erweiterung und Sanierung am Fliegerhorst Leopold Figl in Langenlebarn, deren Kosten bei rund 15 Mio. Euro liegen, und der Neubau der Werkstätten in der Gablenz-Kaserne in Graz (rund 10 Millionen Euro Gesamtkosten) und Kaserne in Strass (rund 15 Millionen Euro) sollen planmäßig 2026 fertiggestellt werden.
Ein Schwerpunkt wird auf die Sicherstellung einer autarken Energieversorgung im Bereich des Fernmeldesystems des Bundesheeres gesetzt. Dafür werden insgesamt 382 Stromversorgungssysteme für diverse Funksysteme und 2.530 Funkgeräte an die Truppe ausgeliefert.
Vorbereitungen für Eurofighter-Nachfolge und MRAD-Typenentscheidung
Auf Schiene gebracht werden müssen im kommenden Jahr auch zwei durchaus budgetrelevante Entscheidungen. Festlegen müssen sich die Militärs auf die Typenentscheidung für die Mid Range Air Defense (MRAD), also Mittelstrecken-Flugabwehr, ebenso anlaufen werden die Vorbereitungen für die Nachbeschaffung der Eurofighter. Verteidigungsministerin Tanner begrüßte in diesem Zusammenhang, dass Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) die Nationale Ausweichklausel gezogen hat, somit werden Investitionen in die Landesverteidigung nicht mehr Maastricht-wirksam.