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Ab 2026 keine Steuer mehr auf Tampons und Binden

1-01-2026, 07:00

Ab 1. Jänner 2026 sind Menstruationsprodukte in Österreich von der Mehrwertsteuer befreit. Die sogenannte "Tamponsteuer" entfällt vollständig.

Menstruationsprodukte wie Tampons, Binden und Menstruationstassen werden in Österreich ab 2026 günstiger. Grund ist die vollständige Abschaffung der Mehrwertsteuer auf diese Produkte. Derzeit liegt der Steuersatz bei 10 Prozent.

Initiative "#aufstehn" initiierte Steuersenkung

Die Maßnahme geht auf jahrelangen Druck der Zivilgesellschaft zurück. Die Initiative "#aufstehn" hatte bereits 2021 mit der Kampagne "Runter mit der Tamponsteuer" eine erste Senkung von 20 auf 10 Prozent bewirkt. "Eine Steuer, die nur menstruierende Menschen zahlen müssen, ist ungerecht. Umso mehr freuen wir uns, dass die Tamponsteuer nun endlich vollkommen abgeschafft wird”, sagte Maria Mayrhofer, Geschäftsführerin der Organisation.

Finanzielle Entlastung für Betroffene

Laut Mayrhofer wurde die erste Steuersenkung direkt an die Konsumenten weitergegeben. "Dass die Steuer ab 2026 ganz wegfällt, ist ein wichtiger Schritt, um Periodenarmut zu bekämpfen”, erklärte sie.

In Österreich sind laut Schätzungen rund 500.000 Frauen von Periodenarmut betroffen. Im Laufe ihres Lebens geben menstruierende Personen durchschnittlich mindestens 2.500 Euro für Hygieneprodukte aus. Vor der ersten Senkung waren Tampons und Co. höher besteuert als Luxusgüter wie Kaviar oder Austern.

Bundeswettbewerbsbehörde kann Entlastung prüfen

Die Umsatzsteuerbefreiung für Damenhygieneprodukte kann von der Bundeswettbewerbsbehörde überprüft werden. Darauf machte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) aufmerksam: Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) sei als "starke Partnerin" dabei, um sicherzustellen, "dass die Entlastung auch bei den Kundinnen ankommt", betonte die Ressortchefin in einer Aussendung.

Eine Branchenuntersuchung könne seitens der BWB eingeleitet werden, wenn es Hinweise dafür gibt, dass die Steuersenkung nicht an die Kundinnen weitergegeben wurde. Ziel sei es sicherzustellen, "dass die Steuerbefreiung im Alltag spürbar wird", denn "dieses Plus gehört den Frauen", so die Ressortchefin.

(Red)

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