Das alljährliche Silvesterfeuerwerk sorgt nicht nur für Freude bei manchen Menschen, sondern auch für erhebliche Belastungen bei Haustieren und Wildtieren, weshalb Tierschützer ein umfassendes Verbot fordern, um deren Wohlbefinden zu schützen.
Für viele gehört das zum Jahresende einfach dazu. sehen das jedoch anders und fordern bereits seit geraumer Zeit ein umfassendes Verbot. Denn nicht nur Haustiere wie Hunde oder Katzen werden von dem Lärm in Angst versetzt, auch Wildtiere leiden zu dieser Zeit besonders.
"Am späten Samstagnachmittag sind mir auf der Heimfahrt jeweils kurz nach Böllern zweimal Rehe direkt vors Auto gesprungen. Nur wegen meiner vorsichtigen Fahrweise ist nichts passiert!", erzählt Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler.
Es gebe zwar bestehende Verbote, wie etwa innerhalb von Ortsgebieten oder in unmittelbarer Nähe von Tierheimen, Kirchen, Krankenhäusern oder Seniorenheimen. "Aber diese reichen offenbar bei weitem nicht", so Stadler. Sie fordert ein Verbot von Silvesterfeuerwerken sowie ein generelles Verkaufsverbot. Dabei verweist sie auch auf Eskapaden, wie sie derzeit die Feuerwehren im Raum Innsbruck beschäftigen.
Im Haus des Meeres sind vor allem die Sittiche die Sorgenkinder zu Silvester. In ihrem Lebensraum, der Australienanlage auf der vollverglasten ehemaligen Aussichtsterrasse im 9. Stock, wären sie den Silvesterknallern viel zu sehr ausgesetzt, heißt es in einer Presseaussendung. Um Stress und panikbedingte Verletzungen zu verhindern, soll dieses Jahr die Gesundheitsuntersuchung der Sittiche auf den 31.12. verlegt werden. So sind die Tiere im Flakturm geschützt und können den Krach verschlafen.
Eine gute Vorbereitung hilft, kann aber nicht alles verhindern, weiß Tierarzt und Zoodirektor Jeff Scheiner und berichtet aus der Praxis: „Nach Silvester kommen immer wieder Tiere, die in Panik von zu Hause weggelaufen sind und verletzt wurden – oft nach Verkehrsunfällen. Gute Vorbereitung hilft, aber sie kann nicht alles verhindern. Den unnötigen Stress wollen wir unseren Tieren ersparen: Lieber rechtzeitig sichern und schützen, als im Nachhinein Verletzungen behandeln zu müssen.“