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Treibhausgas-Emissionen in Österreich 2024 gesunken

13-08-2025, 13:54

Die Treibhausgas-Emissionen in Österreich sind laut der "NowCast"-Prognose 2024 um 2,6 Prozent zurückgegangen, was einem Minus von 1,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht.

Den vorläufigen Daten zufolge werden die Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2024 somit 66,9 Millionen Tonnen erreicht, wie das Umweltbundesamt am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte. In den letzten drei Jahren sind die Treibhausgas-Emissionen um insgesamt 14,3 Prozent oder 11,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent gesunken.

Maßnahmen aus dem Nationalen Klima- und Energieplan für weiteres Sinken der Treibhausgas-Emissionen nötig

Der Emissionsrückgang sei zum Teil auf konjunkturelle Einflüsse, geopolitische Unsicherheiten und auf die mildere Witterung im Vorjahr zurückzuführen, so das Umweltbundesamt. Genauso wichtig seien dafür aber auch Klimaschutzmaßnahmen wie die CO2-Bepreisung oder der laufende Ausbau erneuerbarer Energie und Förderungen gewesen, was auch eine Analyse des Wegener Centers der Universität Graz zeige. "Um diesen positiven Trend fortzusetzen und dem Ziel der Klimaneutralität näher zu kommen, ist es wichtig, die Maßnahmen aus dem Nationalen Klima- und Energieplan (NEKP) umzusetzen und auch den Abbau klimaschädlicher Subventionen rasch anzugehen", wurde Günther Lichtblau, Klimaexperte des Umweltbundesamts, zitiert. "Dies ist mit volkswirtschaftlichen und sozialen Vorteilen verbunden", ergänzte Karl Steininger, Leiter des Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz.

Millionen Tonnen CO2-ۀquivalent in Ʌsterreich 2000-2024

Treibhausgas-Emissionen: Rückgang im Emissionshandel bei 2,2 Prozent

Im Emissionshandelsbereich (EU-ETS) fand gegenüber 2023 ein Rückgang um 0,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (minus 2,2 Prozent) statt. Die Rückgänge seien insbesondere in der Energieerzeugung sowie in Industriebranchen Papier, Chemie, Zement, Kalk und Stahl zu verzeichnen gewesen - in der Rohölverarbeitung kam es zu einem leichten Anstieg der Emissionen. Die THG-Emissionen aus den Sektoren des Klimaschutzgesetzes nahmen laut vorläufiger Daten um ca. 1,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (minus 2,8 Prozent) ab - rund 0,5 Mio. Tonnen im Sektor Verkehr und 0,4 Mio. Tonnen im Sektor Gebäude. Die laut vorläufiger Daten rund 43 Mio. erreichten Tonnen CO2-Äquivalent im Nicht-Emissionshandelsbereich (Effort-Sharing) im Jahr 2024 liegen laut den Angaben geringfügig (um 0,07 Mio. Tonnen) über dem national zulässigen Höchstwert für 2024. Detaillierte Daten zur Einhaltung werden mit der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur im Jänner 2026 vorliegen.

2030er-Ziele brauchen Abbau klimaschädlicher Subventionen

Für die weitere Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen mit Blick auf das österreichische 2030-Ziel aus der Effort Sharing-Verordnung von minus 48 Prozent THG hat das Umweltbundesamt zwei Szenarien berechnet. So ist im Szenario mit bestehenden Maßnahmen (WEM) bis 2030 nur mit einer Reduktion der Treibhausgas-Emissionen im Nicht-Emissionshandelsbereich von rund 33 Prozent zu rechnen. Wenn jedoch die im Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) festgelegten Maßnahmen umgesetzt würden, ist laut Berechnungen des Umweltbundesamts ein Rückgang der Emissionen um 41 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2005 möglich (WAM-Szenario). Für das eigentliche Ziel von minus 48 Prozent bis 2030 wäre jedoch auch der rasche Abbau klimaschädlicher Subventionen, die Implementierung von CCS (Carbon Capture and Storage) wie auch der Einsatz von Flexibilitäten im Emissionshandel entscheidend.

(APA/Red)

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