Mit einem Vergleich zwischen Kindern und Hunden hat Gastronomie-Sprecher Mario Pulker eine hitzige Debatte über Familienfreundlichkeit in der Gastronomie ausgelöst.
Für Aufregung sorgt ein Satz von Mario Pulker, Obmann der Gastronomie in der Wirtschaftskammer, den er gegenüber dem "Standard" äußerte: "Ein Gast mit Hund ist mir lieber als ein Gast mit Kind.“ Die Aussage hat sofort eine breite Diskussion über Kinderfreundlichkeit in der heimischen Gastronomie entfacht. Kritiker werfen Pulker eine Abwertung von Familien und eine fehlende Willkommenskultur gegenüber Kindern vor.
Besonders scharf kritisiert der Katholische Familienverband die Aussage. Generalsekretär Peter Pitzinger sagte gegenüber oe24: "Kinder sind unsere Zukunft – und zahlen später Ihre Pension." Als Reaktion kündigte der Verband die Erstellung einer öffentlichen "schwarzen Liste" jener Lokale an, die sich besonders kinderunfreundlich verhalten. Ziel sei eine Orientierungshilfe für Eltern.
"Wer so redet, spaltet die Gesellschaft und stellt Ideologie über wirtschaftliche Vernunft. Kinder als Problem darzustellen, ist respektlos, rückwärtsgewandt und in keiner Weise tragbar", zeigt sich auch Christoph Matznetter, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands (SWV), empört. Und laut FPÖ Niederösterreich Wirtschaftssprecher Michael Sommer solle Pulker "glücklich über die gelebte Wirtshauskultur unserer Familien sein."
Der Wirte-Chef zeigt sich trotz Kritik unnachgiebig: "Wenn Eltern ihre Kinder nicht im Griff haben, sollen sie woanders hingehen", zitiert ihn oe24. Eine Umfrage bestätigt offenbar Pulkers Einschätzung: 55 Prozent der Befragten befürworten demnach ein Verbot von Kindern in Gaststätten – zumindest unter bestimmten Bedingungen.
Als konstruktive Antwort auf die Debatte startet der Familienverband eine "Kinder-Willkommen-Gastro-Liste". Eltern können positive Erfahrungen per E-Mail an melden. Ziel sei es, kinderfreundliche Lokale sichtbar zu machen und eine Plattform für familiengerechte Gastronomie zu schaffen.