Beim ORF in Innsbruck ist es am Freitag zu einem Vorfall rund um pro-palästinensische Aktivisten gekommen.
Eine Gruppe pro-palästinensischer Aktivisten ist Freitagvormittag in das Landesstudio des ORF Tirol am Innsbrucker Rennweg eingedrungen. Dort hissten sie unter anderem Palästina-Fahnen und protestierten gegen die ihrer Ansicht nach nicht-objektive Berichterstattung. Vor dem Haus war es zu einer nicht angemeldeten Demonstration gekommen, sagte ein Polizeisprecher zur APA. Die Exekutive war mit Kräften an Ort und Stelle, die Lage sei unter Kontrolle, hieß es.
ORF Tirol-Chefredakteur Georg Laich erklärte gegenüber der APA, dass die Personen in das Gebäude gestürmt seien. Man habe dann mit ihnen gesprochen, ihre "Anliegen entgegengenommen" und betont, dass der ORF sehr wohl ausgewogen über den Nahost bzw. Gaza-Konflikt berichte. Dann habe man die Besetzer gebeten, wieder das Haus zu verlassen, was vorerst aber offenbar noch nicht passierte. Der Sendungsbetrieb sei auch wegen der Sicherheitsvorkehrungen im Haus nicht betroffen.
Wie viele Verdächtige in das Landesstudio eingedrungen waren, blieb vorerst offen. Die Rundfunkanstalt konnte dies nicht beziffern. Die Aktivisten meldeten sich per E-Mail zu Wort und sprachen von 14 Mitgliedern, die den ORF Tirol "besetzt" hätten.
Vor dem Landesstudio hatten sich zunächst zehn Aktivisten versammelt. Ebenso viele Polizeiautos waren an Ort und Stelle. Die "Kundgebung" verlief vorerst friedlich. Vier mit Palästina-Tüchern fast gänzlich verhüllte Aktivisten nahmen indes den Sendemasten ins Beschlag. Dort hissten sie eine große Fahne und daneben eine kleinere mit der Aufschrift "Besetzt". Auch bengalische Feuer wurden gezündet sowie "Freiheit für Palästina" skandiert.
"Nach fast zwei Jahren Völkermord in Palästina haben wir beschlossen, den österreichischen Rundfunk in Tirol zu besetzen. Wir klagen damit den österreichischen Staat und die österreichische Presse für ihre Mittäterschaft an", so die Besetzer in einer der APA vorliegenden Stellungnahme. Man fordere einen Stopp der "Verharmlosung des Völkermords im Gazastreifen durch die Medien" und "Solidarität mit Medienschaffenden in Palästina". Zudem wehre man sich gegen die "Verdrehung des Antisemitismusbegriffes": "Die Mitschuld Österreichs am Holocaust darf nicht zur Rechtfertigung des Völkermords in Gaza benützt werden."