Statt gegen Hassrede auf seiner Plattform geht der US-Kurznachrichtendienst Twitter (X) gegen eine gemeinnützige Organisation vor, die sich dem Kampf gegen Hassrede verschrieben hat.
Der US-Kurznachrichtendienst Twitter (X) hat am Montag (Ortszeit) eine gemeinnützige Organisation verklagt. Das Unternehmen von Elon Musk wirft dem Center for Countering Digital Hate (CCDH) falsche Behauptungen vor und beschuldigt es Werbekunden zu ermutigen, ihre Investitionen auf der Plattform zu stoppen.
Die Anwälte der Organisation hatten unlängst auf einen Brief von X reagiert, in dem die Firma eine solche Klage angedroht hatte. Sie wiesen die Anschuldigungen zurück und bezeichneten den Vorstoß als Versuch, "diejenigen einzuschüchtern, die den Mut haben, sich gegen Aufwiegelung, Hassrede und schädliche Inhalte im Internet einzusetzen".
Auslöser des Streits ist ein Medienbericht über eine Studie der Organisation, der zufolge die Diskriminierung von Minderheiten auf dem Kurznachrichtendienst zugenommen hat. X-Chefin Linda Yaccarino bezeichnete den Bericht als falsch und sagte, er basiere auf "einer Sammlung falscher, irreführender und veralteter Kennzahlen, die größtenteils aus der Zeit kurz nach der Übernahme von Twitter stammen". Im Herbst 2022 hatte der Milliardär Elon Musk die Online-Plattform für 44 Milliarden Dollar (39,96 Mrd. Euro) übernommen und anschließend massiv umgebaut.
Die US-Firma beschuldigte das CCDH in einem Blog-Beitrag am Montag außerdem, unrechtmäßig Daten abgegriffen zu haben. Gleichzeitig bekräftigte sie, dass die in der Untersuchung enthaltenen Kennzahlen aus dem Zusammenhang gerissen wurden, um unbegründete Behauptungen über X aufzustellen.