Der Sex ist zurück im Universum von "Sex And The City": In Staffel 2 der Nachfolgeserie um die New Yorker Frauenclique, die nun bei Sky zu sehen ist, geht es weniger um Carries große Trauer nach dem Tod von Mr Big, sondern darum, wie es weitergeht mit ihr und ohne ihn.
Die neue Staffel von "And Just Like That" beginnt mit einem Statement: Charlotte schnappt sich ihren Mann Harry, Miranda sich ihre neue Liebe Che - und Carrie sich den attraktiven Produzenten ihres Podcasts. Und während Carrie zurückfindet zu ihrem New Yorker Single-Ich, findet die Serie zu dem Humor und der Leichtigkeit zurück, die Fans an ihr in den Nuller-Jahren so liebten.
"And Just Like That...": Das Leben bleibt kompliziert
Das grobe Szenario: Carrie (Sarah Jessica Parker) schläft jeden Donnerstag mit ihrem attraktiven Produzenten und ist irritiert, als der sich plötzlich auch noch an einem Dienstag mit ihr treffen will.
Miranda (Cynthia Nixon) hat ihre Alkoholsucht
weitgehend in den Griff bekommen und lebt (ein Stich ins Herz für jeden
Fan der alten, erfolgreichen Anwalts-Miranda) ein Leben als Anhängsel
von Comedy-Shooting-Star Che (Sara Ramirez) in Los Angeles. Charlotte
(Kristin Davis) zieht in den Krieg gegen einen Onlinehändler, über den
ihre Tochter ihr rosa Channel-Kleid verkauft hat.
Und über all dem
steht die große, glamouröse Met-Gala, das New Yorker Promievent
schlechthin, zu dem Carrie, Charlotte und ihre neuen Freundinnen Seema
(Sarita Choudhury) und Lisa (Nicole Ari Parker) eingeladen sind. Sie
sind nunmal die New Yorker High Society.
Ein guter Grund für die
Serie, hemmungslos in Bildern von teuren Schuhen und noch teureren
Kleidern zu schwelgen. Bedeutsam mag das nicht sein, politisch schon gar
nicht und natürlich hat die Welt gerade ganz andere Sorgen als die
Kleidung reicher New Yorkerinnen - aber Spaß macht so ein kurzer Ausflug
trotzdem.
Und ganz so leicht wie "Sex And The City" macht der Nachfolger es sich dann doch auch nicht. Eine Szene, in der Lisas Mann, weil er schwarz ist, im New York von 2023 kein Taxi bekommt, bekommt ebenso Raum wie der Streit zwischen Seema und ihrem Friseur über ihre mutmaßliche Beziehungsunfähigkeit.
Das neue Kapitel der Kultserie "Sex and the City"
In der ersten Staffel wollte
"And Just Like That..." sich noch betont freischwimmen von dem in Teilen
nicht sonderlich gut gealterten Vorgänger, der nach heutigen
Fernsehstandards viel zu weiß war, viel zu hetero, viel zu
klischeebeladen und insgesamt einfach viel zu wenig woke.
Im
zweiten Anlauf hat sich all das besser zusammengefügt, wirkt weniger
angestrengt. Das geschieht vor allem dadurch, dass die neuen Charaktere
etwas mehr Tiefe bekommen und nicht mehr nur wirken wie schwarze oder
nicht-binäre Alibi-Figuren, die nur dabei sind, damit die Serie nicht
mehr so aus der Zeit gefallen wirkt.
Die Geschichte besinnt sich
nun wieder auf das, was das "Sex And The City"-Universum vor 25 Jahren
beim Start des Originals ausmachte: Sex, Witz, Tempo und tolle Frauen.
Dass zu diesen im weiteren Verlauf der Staffel auch noch - zumindest in einem Gastauftritt - Kim Cattrall als Samantha dazu kommen soll, das dürfte die Vorfreude von Serienfans auf die weiteren Folgen nach dem vielversprechenden Start weiter steigern. Und dann soll ja auch noch Carries Ex Aiden (John Corbett) wieder dabei sein. Endlich.