Die Plattenfirma der deutschen Rockband Rammstein, Universal, schränkt ihre Arbeit für die Band ein.
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Frontmann Till Lindemann "haben wir die Marketing- und Promotion-Aktivitäten für die Recordings der Band bis auf weiteres ausgesetzt", erklärte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.
Plattenfirma Universal setzt Marketing für Rammstein aus
"Wir sind davon überzeugt, dass eine vollumfängliche
Aufklärung der Anschuldigungen, auch durch die Behörden, unbedingt
erforderlich ist und ebenfalls im Interesse der gesamten Band liegen
muss." Mehrere Frauen hatten in den vergangenen Wochen schwere Vorwürfe
gegen Lindemann erhoben. Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk und der
"Süddeutschen Zeitung" beschrieben sie, wie junge Frauen offenbar
gezielt für Sex mit dem Sänger rekrutiert wurden.
Frauen berichteten von mutmaßlichen sexuellen Handlungen
Zwei Frauen
berichteten zudem von mutmaßlichen sexuellen Handlungen, denen sie nicht
zugestimmt hätten. Die Band wies die Darstellungen zurück. Die
Universal-Sprecherin erklärte, die Vorwürfe "haben uns schockiert und
wir haben den größten Respekt vor den Frauen, die sich in diesem Fall so
mutig öffentlich geäußert haben". Universal bringt seit Jahrzehnten die
Rammstein-Alben heraus.
Kulturstaatsministerin Roth forderte umfassende Untersuchung
Die deutsche Kulturstaatsministerin
Claudia Roth (Grüne) forderte eine umfassende Untersuchung der Vorwürfe
gegen Lindemann. Dass die Staatsanwaltschaft Berlin Ermittlungen gegen
den Musiker aufgenommen habe, "unterstreicht, dass die Vorwürfe sehr
ernst zu nehmen sind", sagte sie dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe).
"Diese Vorwürfe sollten nun auch restlos aufgeklärt werden."
Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen Lindemann
Die
Berliner Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sie gegen
Lindemann ermittele. Es gehe um Tatvorwürfe "aus dem Bereich der
Sexualdelikte und der Abgabe von Betäubungsmitteln".
Roth sagte
dem "Tagesspiegel", "Starkult verbunden mit Macho-Mackertum und
Machtmissbrauch bis hin zu sexuellen Übergriffen sollten in der
Musikbranche wirklich und definitiv vorbei sein". Dafür werde sie sich
"entschieden einsetzen"