Die SPÖ dürfte laut ersten Trends bei der vom Sonntag einen Verlust eingefahren haben, bleibt aber klar auf Platz 1. Laut der ersten "Trendrechnung" von ORF/SORA kommt die Sozialdemokratie auf 38,6 Prozent.

Die SPÖ dürfte laut ersten Trends bei der vom Sonntag einen Verlust eingefahren haben, bleibt aber klar auf Platz 1. Laut der ersten "Trendrechnung" von ORF/SORA kommt die Sozialdemokratie auf 38,6 Prozent.
Platz zwei behält demnach die FPÖ, die bei 24,0 Prozent zum Liegen kommt. Die ÖVP legt unerwartet zu und kommt auf 18,7 Prozent, das Team Kärnten legt stark zu auf 9,6 Prozent. Um den Einzug zittern müssen Grüne (4,1 Prozent) und NEOS (2,2).
Der freiheitliche Spitzenkandidat für die Kärntner Landtagswahl, Erwin Angerer, ist angesichts der leichten Gewinne für seine Partei bei der Landtagswahl "sehr zufrieden" - auch wenn diese mehr sein hätten können. Die FPÖ habe es in den vergangenen Jahren - Stichwort Ibiza - nicht leicht gehabt. Auch mit dem Team Kärnten unter Gerhard Köfer habe man starke Konkurrenz gehabt. Zu einer möglichen Koalition wollte sich Angerer nicht festlegen.
Überrascht zeigte sich Angerer sowohl über die starken Verluste der SPÖ, als auch die Gewinne für die ÖVP, die ein starkes Ergebnis für die Türkisen bedeuteten. Nun sollte sich Landeshauptmann Peter Kaiser mit den anderen Parteien zusammensetzen, um über die Zukunft des Landes zu beraten.
Betretenes Schweigen hat nach Eintreffen des ersten Trends in der SPÖ-Zentrale in Klagenfurt geherrscht. Das Ergebnis liegt klar unter den angepeilten mindestens 40 Prozent. Landesgeschäftsführer Andreas Sucher erklärte in einer ersten Reaktion, er wolle erst die weitere Auszählung abwarten. "Unser Wahlziel ist angesichts der Schwankungsbreite noch möglich", sagte Sucher.
Er setzt seine Hoffnung vor allem auf die Städte, die jetzt erst ausgezählt werden. Aber: "Wir haben jedenfalls Platz eins geholt. Also den Auftrag, erneut eine Regierung zu bilden." Er wies auch schon die Richtung, in die eine mögliche Koalition gehen könnte: SPÖ und ÖVP zusammen hätten - gesamt gesehen - nur zwei Mandate verloren.
Nachgerade glücklich reagiert die Bundes-ÖVP auf die völlig unerwarteten Zugewinne der Kärntner Landespartei bei der heutigen Landtagswahl. Generalsekretär Christian Stocker meinte in Interviews für Puls24 und ORF, das Ergebnis zeige, dass die Volkspartei noch gewinnen könne. Er freue sich, dass es in schwierigen Zeiten gelungen sei, wieder Vertrauen zu erlangen.
Landesgeschäftsführerin Julia Löschnig haben die Zugewinne für ihre Kärntner ÖVP "zutiefst demütig und dankbar" gestimmt. "Wir sind total dankbar und demütig für dieses Ergebnis", sagte sie zur APA. Es habe sich ausgezahlt, dass Spitzenkandidat Martin Gruber sich getraut habe, trotz Gegenwind auch einmal Nein zu sagen. Die Umfragen hatten der ÖVP Verluste vorhergesagt, gekommen ist es laut ersten Trendrechnungen anders.
ÖVP-Klubobmann Markus Malle hat angesichts der ersten Trendrechnung von einem "extrem erfreulichen Ergebnis" gesprochen. "Die Umfragen haben uns einstellig gesehen. Die Menschen in Kärnten haben halt doch mitbekommen, dass es eine Landtagswahl war und nicht eine Nationalratswahl." Und sie hätten "Groll und Unmut nicht auf uns abgeladen".
Keinen Jubel hat es am Sonntagnachmittag in der Parteizentrale der NEOS in der Klagenfurter Domgasse gegeben. Laut ersten Trends verfehlt die Partei den Landtagseinzug klar und kommt auf ein ähnliches Ergebnis wie bei der letzten Wahl 2018. Die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin, Kristina Janjic, sagte in einer ersten Stellungnahme, sie wolle aber noch die Auszählung der Städte abwarten.
Janjic erklärte dem ersten Trend zum Trotz, bei dem Ergebnis handle es sich um einen "Meilenstein". Dass die Partei vor allem auf das Thema "Leistung" gesetzt habe, habe den NEOS nicht geschadet, war sie sich sicher: "Wir haben im Wahlkampf sehr viel positives Feedback bekommen, die Leute haben uns gedankt, dass es mit uns eine Partei gibt, die die arbeitenden Menschen in den Mittelpunkt stellt."
Die Kärntner Grünen wollten die Hoffnung auf einen Einzug in den Landtag trotz der ersten Trends, die die Grünen nur bei rund 4 Prozent sehen, nicht aufgeben. "Die ersten Zahlen machen Hoffnung, ich glaube, es ist heute noch alles drinnen", gab sich der Listenzweite Christoph Gräfling am Sonntag zuversichtlich. Es sei trotzdem der richtige Weg gewesen, dass man im Wahlkampf voll auf das Thema Klimaschutz gesetzt habe.
(APA/Red)
