Papst Franziskus erinnerte in seiner Weihnachtsbotschaft am Christtag an die Leiden der Ukrainer zu Weihnachten. Für den Weihnachtssegen "Urbi et Orbi" hatten sich tausende Gläubige am 25. Dezember auf dem Petersplatz versammelt.
Unter dem Eindruck der Kriege und Konflikte auf der Welt hat Papst Franziskus in seiner Weihnachtsbotschaft am Christtag die Bedeutung des Friedens betont und beklagt, dass die Welt Weihnachten mit "eisigen Kriegswinden" feiere. Er drückte dabei seine Nähe zu der vom Ukraine-Krieg betroffenen Bevölkerung aus.
Ukraine-Krieg: Franziskus hob Bedeutung des Friedens hervor
Der Papst gedachte "unserer ukrainischen Brüder und Schwestern, die dieses Weihnachten im Dunkeln, in der Kälte oder weit weg von ihrem Zuhause erleben - aufgrund der Zerstörung, die zehn Monate Krieg verursacht haben". "Der Herr erleuchte den Verstand derer, die die Macht haben, die Waffen zum Schweigen zu bringen und diesem sinnlosen Krieg ein sofortiges Ende zu setzen", sagte Papst Franziskus.
Franziskus sprach von der Loggia aus zu den tausenden auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen. "Der Herr mache uns bereit, mit konkreten Gesten der Solidarität denjenigen zu helfen, die leiden", so der Heilige Vater.
Papst ruft zu konkreten Gesten der Solidarität gegen den Krieg auf
Der 86-jährige Papst erwähnte auch andere Regionen, an
anderen Schauplätzen "dieses dritten Weltkriegs", wie Syrien und das
Heilige Land. "Bitten wir den Herrn, dass dort, in dem Land in dem er
geboren wurde, der Dialog und die Suche nach gegenseitigem Vertrauen
zwischen Israelis und Palästinensern wieder aufgenommen werden",
erklärte der Papst.
Der Pontifex bat um Gebete für den Libanon, damit sich das Lande, mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft wieder erhebe und er plädierte für einen dauerhaften Waffenstillstand im Jemen und zur Versöhnung in Myanmar und im Iran.
Sorge vor Hungernotstand in vielen Ländern
Der
Papst zeigte sich auch wegen des Hungernotstands in vielen Ländern
besorgt, während jeden Tag große Mengen an Lebensmitteln verschwendet
und Gelder für Waffen ausgegeben würden. Der Krieg in der Ukraine habe
die Situation weiter verschlimmert, sodass ganze Bevölkerungsgruppen von
einer Hungersnot bedroht seien, insbesondere in Afghanistan und den
Staaten am Horn von Afrika, warnte der Papst.
"Jeder Krieg verursacht Hunger und missbraucht die Nahrung als Waffe, indem er ihre Verteilung an eine bereits leidende Bevölkerungen verhindert. Lasst uns an diesem Tag vom Friedensfürsten lernen und uns alle, vor allem die politisch Verantwortlichen, dafür einsetzen, dass Nahrung nur ein Mittel des Friedens sei. Während wir die Freude genießen, mit unseren Lieben versammelt zu sein, lasst uns an die Familien denken, die das Leben am meisten verletzt hat, und an diejenigen, die in dieser Zeit der Wirtschaftskrise gegen Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben und denen das Lebensnotwendige fehlt", so der Papst.
Weihnachtssegen "Urbi et Orbi" Höhepunkt der Feierlichkeiten
Der Heilige Vater erinnerte
auch an die "vielen Flüchtlinge und Vertriebenen, die auf der Suche
nach Trost, Wärme und Nahrung an unsere Türen klopfen". Lasst uns nicht
die Ausgegrenzten, die Einsamen, die Waisen und die Älteren vergessen,
die Gefahr laufen, aussortiert zu werden, die Gefangenen, auf die wir
nur wegen ihrer Fehler und nicht als menschliche Wesen schauen",
erklärte Franziskus.
Die Weihnachtsbotschaft und der Segen Urbi et
orbi sind ein Höhepunkt der christlichen Weihnachtsfeier. Nach zwei
Pandemiejahren fanden die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan ohne
Restriktionen statt. 7.000 Gläubige hatten am Samstagabend der
Christmette mit dem Papst beigewohnt. 3.000 Pilger hatten die Mette auf
Bildschirmen auf dem Petersplatz verfolgt.