Das Auffüllen der Gasspeicher in den EU-Ländern wurde von den EU-Energieministern zu mindestens 80 Prozent bis zum kommenden Winter beschlossen.
Bei ihrem Treffen am Montag in Luxemburg nahmen die Energieminister einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission formell an. Mit der Vorgabe soll sichergestellt werden, dass die Gasspeicherkapazitäten genutzt und solidarisch zwischen den Mitgliedstaaten aufgeteilt werden.
Laut der Verordnung sollen die nationalen Gasspeicher der EU-Länder bis 1. November zu mindestens 80 Prozent gefüllt sein, in den folgenden Wintern zu 90 Prozent. Insgesamt will die EU versuchen, gemeinsam in diesem Jahr einen Füllstand von 85 Prozent der gesamten unterirdischen Gasspeicherkapazität zu erreichen.
Da
die Gasspeicherkapazitäten in den einzelnen EU-Ländern sehr
unterschiedlich sind, können Länder mit weniger Gasspeicherkapazitäten
auch Vorräte an Flüssiggas (LNG) oder alternativen Brennstoffen
anrechnen. Für Länder wie Österreich, die sehr große Speicherkapazitäten
im Vergleich zu ihrem inländischen Gasverbrauch haben, gilt eine
Mindestfüllverpflichtung von 35 Prozent des durchschnittlichen
jährlichen Gasverbrauchs des jeweiligen Lands in den vergangenen fünf
Jahren.
EU-Staaten, die nicht über ausreichend Speicherkapazitäten verfügen, sollen dagegen 15 Prozent ihres jährlichen Inlandsverbrauchs in Speichern anderer EU-Staaten lagern. Die Regelung sieht darüber hinaus eine stärkere Kontrolle der Betreiber von Gasspeichern durch die Mitgliedsstaaten vor. Damit soll eine mögliche externen Einflussnahme auf kritische Speicherinfrastrukturen vermieden werden.