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Wienerinnen verdienen über 7000 Euro weniger im Jahr

Heute, 00:55

Wienerinnen verdienen über 7000 Euro weniger im Jahr
6.11.2026 11:38 (Akt. 6.11.2026 11:38)
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APA/dpa/Christophe Gateau
Wien hat österreichweit den geringsten Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern. Doch die Unterschiede zwischen den Bezirken sind groß: In der Inneren Stadt liegt die Gehaltslücke bei 35,9 Prozent.
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Frauen verdienen in Wien im Durchschnitt weiterhin deutlich weniger als Männer. Anlässlich des Equal Pay Day am 6. November 2026 zeigt sich jedoch, dass die Bundeshauptstadt im österreichweiten Vergleich den geringsten Einkommensunterschied aufweist. Laut einem Bericht des ORF Wien beträgt die Gehaltslücke zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern in Wien 10,6 Prozent. Österreichweit liegt der entsprechende Wert bei 15,5 Prozent.

Trotz des vergleichsweise niedrigen Prozentsatzes verdienen Frauen, die in Wien Vollzeit arbeiten, durchschnittlich mehr als 7000 Euro weniger pro Jahr als ihre männlichen Kollegen.

Innere Stadt mit größtem Einkommensunterschied

Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Blick auf die einzelnen Wiener Bezirke.

In der Inneren Stadt beträgt die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern 35,9 Prozent. Damit liegt der erste Bezirk deutlich über dem Wiener Durchschnitt.

Auch auf der Wieden und in Döbling sind die Unterschiede vergleichsweise groß. Im vierten Bezirk beträgt die Gehaltslücke 20,4 Prozent, im 19. Bezirk 20,3 Prozent.

Am geringsten ist der Unterschied hingegen in der Brigittenau mit 3,8 Prozent. Dahinter folgen Rudolfsheim-Fünfhaus mit 4,4 Prozent und Ottakring mit 4,9 Prozent.

Die Zahlen beschreiben durchschnittliche Einkommensunterschiede. Sie bedeuten nicht automatisch, dass Frauen und Männer für dieselbe Tätigkeit im selben Unternehmen unterschiedlich bezahlt werden.

Warum Frauen im Durchschnitt weniger verdienen

Die Ursachen für die Einkommensunterschiede sind vielfältig. Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen und sind seltener in Führungspositionen vertreten.

Auch die ungleiche Verteilung von Betreuungsarbeit und die damit verbundenen Auswirkungen auf berufliche Laufbahnen spielen eine Rolle.

Iris Dullnig-Scheurecker von der Arbeiterkammer Wien verwies gegenüber dem ORF darauf, dass geschlechtsspezifische Unterschiede häufig bereits im Kindesalter beginnen. Mädchen würden laut Studien stärker zu Hausarbeit herangezogen, während Buben teilweise mehr Taschengeld erhielten.

Diese Unterschiede könnten sich später bei Einkommen und Pensionen fortsetzen.

Arbeiterkammer fordert mehr Väterkarenz

Die Arbeiterkammer Wien fordert Maßnahmen, um die Einkommensunterschiede weiter zu reduzieren. Dazu zählen der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und eine gleichmäßigere Aufteilung von Karenzzeiten.

„Väter haben genauso die Möglichkeit, Karenz und Elternteilzeit in Anspruch zu nehmen. Davon sollte mehr Gebrauch gemacht werden“, erklärte Dullnig-Scheurecker gegenüber dem ORF.

Die Arbeiterkammer fordert außerdem eine rasche Umsetzung der EU-Vorgaben zur Gehaltstransparenz. Diese sollen helfen, ungerechtfertigte Unterschiede bei der Bezahlung sichtbar zu machen.

Stadt Wien verweist auf Kinderbetreuung

Wiens Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) führt den im Bundesvergleich geringeren Einkommensunterschied unter anderem auf die Wiener Frauenpolitik zurück.

Sie verwies gegenüber dem ORF auf den Gratiskindergarten und Möglichkeiten der Ganztagesschule.

Gleichzeitig betonte sie, dass das Ziel noch nicht erreicht sei: „Wirklich zufrieden bin ich erst dann, wenn es wirkliche Gleichheit bei den Gehältern gibt.“

Wie sich die Einkommensunterschiede in Wien künftig entwickeln, bleibt abzuwarten.

(Red)

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