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Grüne wollen strengere Regeln für Touristenwohnungen

Heute, 06:20

Grüne wollen strengere Regeln für Touristenwohnungen
5.11.2026 07:00 (Akt. 5.11.2026 07:00)
Photo by JORGE GUERRERO / AFP
317 Anträge auf die Umwandlung von Wohnraum in Beherbergungsstätten wurden 2026 in Wien bereits gestellt. Die Grünen fordern strengere Regeln. In Währing sollen elf Wohnungen betroffen sein.
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Die touristische Nutzung von Wohnungen sorgt in Wien erneut für politische Diskussionen. Die Wiener Grünen fordern strengere Vorgaben, um bestehenden Wohnraum vor der Umwandlung in Beherbergungsstätten zu schützen. Anlass ist unter anderem ein Gebäude in der Martinstraße 12 in Wien-Währing, in dem laut den Grünen elf Wohnungen zu Unterkunftseinheiten umgebaut werden sollen.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 4. November 2026, kritisierten die nicht amtsführende Stadträtin Judith Pühringer, Währings Bezirksvorsteherin Silvia Nossek und Gemeinderat Georg Prack die bestehenden Regelungen.

317 Anträge auf Umwandlung von Wohnraum

Nach Angaben der Grünen wurden bis zum 10. Oktober 2026 insgesamt 317 Anträge auf eine entsprechende Umwandlung eingebracht. Das geht laut der Partei aus einer Anfragebeantwortung hervor.

Davon waren 85 Anträge bereits bewilligt, während sich 232 noch in Bearbeitung befanden. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 wurden 305 Anträge gestellt.

Die Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass 317 Wohnungen betroffen sind. Ein einzelner Antrag kann mehrere Wohnungen oder sogar ein ganzes Gebäude umfassen.

Elf Wohnungen in Wien-Währing im Fokus

Als konkretes Beispiel nannten die Grünen das Haus in der Martinstraße 12 im 18. Wiener Gemeindebezirk.

Dort sollen nach Angaben der Partei elf Wohnungen in touristisch nutzbare Unterkunftseinheiten umgewandelt werden. Im rückwärtigen Teil der Liegenschaft bestehe bereits ein Beherbergungsbetrieb.

Bezirksvorsteherin Silvia Nossek verwies auf den angespannten Wohnungsmarkt in Währing. Weil der Bezirk dicht bebaut sei und nur begrenzte Möglichkeiten für zusätzlichen Wohnraum biete, sei der Erhalt bestehender Wohnungen besonders wichtig.

„Genau deshalb brauchen wir jede Wohnung als Lebensraum für Menschen, die hier ihr Zuhause schaffen wollen“, erklärte Nossek.

Grüne kritisieren Lücken in neuen Wiener Regeln

Im Oktober 2026 wurde in Wien eine Novelle zum Schutz von Wohnraum beschlossen. Die Grünen erkennen darin zwar einen Fortschritt, halten die Bestimmungen jedoch weiterhin für unzureichend.

Wohnbausprecher Georg Prack kritisierte insbesondere die sogenannte 20-Prozent-Regelung. Nach Einschätzung der Grünen könnte diese theoretisch die Umwandlung von bis zu 100.000 Wohnungen ermöglichen.

Bei dieser Zahl handelt es sich ausdrücklich um eine politische Einschätzung und nicht um tatsächlich beantragte oder bereits umgewandelte Wohnungen.

Die Grünen bemängeln außerdem, dass die rechtliche Abgrenzung zwischen Hotels und anderen Beherbergungsangeboten nicht ausreichend klar sei.

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Was die Wiener Grünen jetzt fordern

Die Partei verlangt, neue Ausnahmebewilligungen für gewerbliche Kurzzeitvermietungen zu stoppen und bestehende Bewilligungen auslaufen zu lassen.

In Wohngebieten und gemischten Baugebieten sollen Beherbergungsstätten künftig nur dort zulässig sein, wo die Bebauungsbestimmungen dies ausdrücklich vorsehen.

Die vorübergehende Vermietung der eigenen Wohnung für bis zu 90 Tage jährlich, ohne den dauerhaften Wohnsitz aufzugeben, soll hingegen weiterhin möglich bleiben.

„Wohnungen sind zum Wohnen da“, betonte Judith Pühringer bei der Pressekonferenz.

Wie geht es mit den Forderungen weiter?

Ob die Stadtregierung weitere Einschränkungen beschließen wird, ist derzeit offen. Die Wiener Grünen drängen jedenfalls auf Nachbesserungen bei der erst im Oktober beschlossenen Novelle.

Eine Stellungnahme der Stadtregierung zu den neuerlichen Forderungen ist in der vorliegenden Rathauskorrespondenz nicht enthalten.

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(Red)

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