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Sechs Jahre nach Terroranschlag: Wien gedenkt der Opfer

Heute, 00:50

Sechs Jahre nach Terroranschlag: Wien gedenkt der Opfer
2.11.2026 18:30 (Akt. 2.11.2026 18:30)
APA/HELMUT FOHRINGER
Sechs Jahre nach dem Terroranschlag vom 2. November 2020 gedenkt Wien der vier Todesopfer. Am Desider-Friedmann-Platz kamen am Montag Vertreter von Bund und Stadt zusammen.

von - bearbeitet von (VIENNA.AT)

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Sechs Jahre nach dem Terroranschlag vom 2. November 2020 hat Wien am Montag der vier getöteten Menschen und der zahlreichen Verletzten gedacht. Am Desider-Friedmann-Platz in der Wiener Innenstadt fand eine feierliche Kranzniederlegung statt. Unter den Teilnehmern waren Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Auch am Abend des 2. November 2026 ist an jenem Ort eine Gedenkveranstaltung geplant, an dem die Terrornacht vor sechs Jahren ihren Anfang nahm.

Der Anschlag hatte sich am Abend des 2. November 2020 im Wiener Bermudadreieck ereignet. Ein 20-jähriger Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ eröffnete in der belebten Innenstadt das Feuer auf Passanten. Vier Menschen wurden ermordet, 23 weitere verletzt. Der Attentäter wurde von der Polizei erschossen. Die Tat erschütterte Wien wenige Stunden vor Beginn eines neuerlichen Corona-Lockdowns.

Kranzniederlegung am Desider-Friedmann-Platz

Die offizielle Gedenkveranstaltung begann am Montag um 12:30 Uhr am Desider-Friedmann-Platz im ersten Bezirk. Neben Vertretern der Bundesregierung und der Stadt Wien nahmen auch hochrangige Polizeivertreter teil, darunter Bundespolizeidirektor Michael Takács und Wiens Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl.

Vizekanzler Andreas Babler betonte bei der Veranstaltung, dass aus dem Gedenken auch Verantwortung erwachse. Er verwies auf die geplante Modernisierung des Verbrechensopfergesetzes, mit der unter anderem höhere Entschädigungsleistungen und mehr Unterstützung bei psychischen Belastungen ermöglicht werden sollen.

Innenminister Gerhard Karner erinnerte daran, dass der Anschlag zahlreiche Veränderungen innerhalb der Polizei und des Verfassungsschutzes ausgelöst habe. Bürgermeister Michael Ludwig hob den Zusammenhalt der Wiener Bevölkerung hervor. Die Ereignisse hätten gezeigt, wie entschlossen die Stadtgemeinschaft Hass und Terror entgegentrete.

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen erinnerte an die Opfer und dankte jenen Menschen, die damals ihr Leben riskierten, um andere zu schützen.

Am Abend findet weiteres Gedenken in Wien statt

Neben der offiziellen Kranzniederlegung ist für Montagabend eine weitere Gedenkveranstaltung am Desider-Friedmann-Platz angekündigt. Um 19:45 Uhr, also ungefähr zu jener Zeit, als der Anschlag vor sechs Jahren begann, gestaltet der Wiener Chor Kördölör das Gedenken unter dem Titel „A lark born only for you“.

Die Veranstaltung soll den Opfern und allen Betroffenen gewidmet sein. Mit Gesang und einem Moment der Stille wird an die Ereignisse des 2. November 2020 erinnert. Der Chor wurde 2009 gegründet, ist im zweiten Wiener Gemeindebezirk beheimatet und vereint Mitglieder aus Kunst und Kultur.

Der Desider-Friedmann-Platz hat für das Gedenken eine besondere Bedeutung. In seiner unmittelbaren Umgebung begann der Anschlag kurz vor 20 Uhr. Wenige Minuten später endete die Tat im Bereich des Ruprechtsplatzes. Der Ort ist seither eng mit der Erinnerung an die Opfer verbunden.

Wien erinnert auch an Helfer und Einsatzkräfte

Der Jahrestag gilt nicht nur den vier Todesopfern. Auch die Verletzten, ihre Angehörigen und die Menschen, die damals Hilfe leisteten, stehen im Mittelpunkt des Gedenkens. Während des Anschlags versuchten Passanten, Lokalmitarbeiter und Einsatzkräfte, andere Menschen in Sicherheit zu bringen und Verletzten zu helfen.

Der Terroranschlag führte in Österreich zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Sicherheitsbehörden und dem Umgang mit islamistischem Extremismus. In den folgenden Jahren wurden Strukturen des Staatsschutzes und der Terrorismusbekämpfung verändert.

Sechs Jahre nach der Tat bleibt der 2. November für Wien ein Tag der Erinnerung. Mit der Kranzniederlegung am Mittag und dem angekündigten musikalischen Gedenken am Abend wird an jene Menschen erinnert, deren Leben durch den Anschlag beendet oder dauerhaft verändert wurde.

(APA/Red)

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