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Ludwigs Preishammer

Heute, 07:00

Ludwigs Preishammer
30.10.2026 07:00 (Akt. 30.10.2026 07:00)
CANVA
Gastkommentar von Johannes Huber. Auch wenn die Wiener Linien die Ticketpreise 2027 nur anpassen: Es steht für ein gebrochenes Wahlversprechen des Wiener Bürgermeisters. 
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Die „Krone“ sieht einen „Preishammer“: Die Wiener Linien erhöhen 2027 die Ticketpreise. Die Jahreskarte beispielsweise wird dann nicht mehr 467, sondern 483,10 Euro kosten. Schlimm? Von einem „Hammer“ zu reden, ist einerseits übertrieben, handelt es sich doch nur um eine Inflationsanpassung. Andererseits steht es für ein gebrochenes Wahlversprechen von Bürgermeister Michael Ludwig und der SPÖ, seiner Partei.

Insofern ist es sehr wohl ein „Hammer“: Vor der Gemeinderatswahl im April 2025 hatte Ludwig klipp und klar gesagt, dass es beim damaligen Jahreskartenpreis von 365 Euro bleibe. Aus sozialen und ökologischen Gründen halte man daran fest – „weil die Wienerinnen und Wiener von der günstigen Mobilität profitieren und es ein wichtiger Beitrag für eine nachhaltige Zukunft ist“.

An diesen Wortbruch wird man jetzt Jahr für Jahr erinnert: Wenige Wochen nach dem Urnengang wurde eine Preiserhöhung von 365 auf 467 Euro fixiert, und in weiterer Folge wird es nun eben regelmäßig zu einer Inflationsanpassung kommen – Jahr für Jahr. 

Relativieren lässt sich das durch nichts: Ludwig hat schon vor der Gemeinderatswahl gewusst, dass das Budget der Stadt aus dem Ruder gelaufen ist und sie sich daher fixe Ticketpreise bei den Wiener Linien in Wirklichkeit nicht mehr leisten kann. Anstatt den Wählerinnen und Wählern reinen Wein einzuschenken, hat er ihnen jedoch etwas vorgemacht.

Das wiegt schwerer als sämtliche Verweise – zum Beispiel darauf, dass die Öffis noch immer sehr günstig sind im internationalen Vergleich; oder darauf, dass die 365 Euro aus dem Jahr 2012 heute unter Berücksichtigung der Inflation sogar rund 550 Euro entsprechen würden. Laut Ludwig war es ja gewollt, dass die Wienerinnen und Wiener von einer günstigen Mobilität profitieren, handelte es sich um einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft.

Heftiger: Selbst durch eine Inflationsanpassung werden nun Bemühungen der schwarz-rot-pinken Bundesregierung konterkariert, Preissteigerungen abzufedern. So ist es gerade Ludwigs Genossen um Vizekanzler Andreas Babler ein besonderes Anliegen, die Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel zu halbieren. Entlastungseffekt: Laut Budgetdienst des Parlaments 57 Euro pro Jahr beim einkommensschwächsten Zehntel der Haushalte. Zum Vergleich: Der Preis für ein Jahresticket allein steigt mit dem kommenden Jahr um 16,10 Euro.

Zweitens: Gemeinsam mit anderen Landeshauptleuten drängt der Bürgermeister derzeit auf eine Streichung der Flugabgabe, die auch als Flugticketsteuer bekannt ist. Schon klar: Dabei geht es Ludwig um einen Beitrag zur Sicherung des Flughafenstandorts Wien-Schwechat. Es zeigt jedoch, was ihm wichtiger ist.

Johannes Huber betreibt den Blog  – Analysen und Hintergründe zur Politik

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