
In Wien-Ottakring könnten Wohnstraßen rund um Schulen künftig verkehrsberuhigt werden. Der Bezirk prüft die Einführung sogenannter „Low-Traffic-Grätzl“, bei denen mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen der Durchzugsverkehr reduziert werden soll. Im Mittelpunkt stehen derzeit die Bereiche rund um die Volksschulen in der Brüßlgasse und der Herbststraße. Denkbar sind unter anderem Pflanzentröge, zusätzliche Sitzgelegenheiten oder zeitlich begrenzte Straßensperren.
Wie ORF Wien berichtet, handelt es sich bislang um erste Prüfungen. Konkrete Umbauten oder Sperren sind noch nicht beschlossen.
Das Ziel der Initiative ist es, Straßen in Wohngebieten ruhiger und sicherer zu gestalten.
Besonders im Umfeld von Schulen sollen neue Möglichkeiten geschaffen werden, den Durchzugsverkehr zu verringern und mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger zu gewinnen.
Ottakrings Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ) erklärte gegenüber Radio Wien, dass sich mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand untersuchen lasse, ob bestimmte Straßen für eine Verkehrsberuhigung geeignet seien.
„Low-Traffic-Grätzl sind einfach eine Möglichkeit oder ein Instrument, wie man mit ganz, ganz geringen budgetären, aber auch partizipativen Mitteln schauen kann, ob Orte teilweise auch temporär für ein bisschen eine Beruhigung geeignet sind“, sagte Lamp.
Anders als bei großen Straßenumbauten sollen zunächst kleinere Eingriffe geprüft werden. Dazu zählen etwa Pflanzentröge, Sitzmöglichkeiten und künstlerische Gestaltungen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern.
Auch temporäre Sperren für den Durchzugsverkehr kommen grundsätzlich infrage. Mit solchen Maßnahmen könnte zunächst erprobt werden, wie sich eine veränderte Verkehrsführung auf das jeweilige Grätzl auswirkt.
Dabei könnten bereits wenige Tausend Euro ausreichen, um einzelne Standorte auf ihre Eignung für zusätzliche Begrünung oder andere verkehrsberuhigende Maßnahmen zu untersuchen.
Ob eine Straße tatsächlich zeitweise gesperrt werden kann, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Vor einer Umsetzung müsste etwa geklärt werden, ob durch eine Sperre neue Sackgassen entstehen oder der Verkehr in angrenzende Straßen ausweicht.
Auch mögliche Auswirkungen auf Anrainerinnen und Anrainer sowie den übrigen Verkehr müssen berücksichtigt werden. Bezirksvorsteherin Lamp betonte deshalb, dass es sich derzeit nicht um ein groß angelegtes Umbauprojekt handle.
Erst die Untersuchungen sollen zeigen, welche Standorte tatsächlich infrage kommen.
Ottakring wäre nicht der erste Wiener Bezirk mit einem solchen Konzept. In Meidling steht das erste „Low-Traffic-Grätzl“ Wiens rund um die Wolfganggasse kurz vor der Fertigstellung.
Dort sind Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung vorgesehen, darunter auch eine Fußgängerzone. Die Umsetzung soll laut ORF Wien bis Ende 2026 erfolgen.
Das Projekt dient als Beispiel dafür, wie Straßen mit vergleichsweise überschaubaren Eingriffen neu gestaltet werden können.
Neben Ottakring und Meidling interessieren sich auch Mariahilf, Alsergrund und Rudolfsheim-Fünfhaus für das Konzept. In Ottakring wurden laut ORF Wien bereits weitere Schulstandorte betrachtet.
Auch Straßen, in denen ohnehin Bauarbeiten stattfinden, könnten für entsprechende Maßnahmen infrage kommen. Welche Standorte letztlich ausgewählt werden, ist noch offen.
„Wir werden sehen, was die Prüfung ergibt. Wenn der eine Standort nicht geht, kann es wirklich sein, dass sich auch andere Standorte auftun“, erklärte Bezirksvorsteherin Lamp gegenüber Radio Wien.
Ein konkreter Zeitplan für mögliche Maßnahmen in Ottakring wurde bislang nicht genannt.
(Red)
