
Eine Änderung bei Googles Datenschutzregeln sorgt für Aufmerksamkeit: Unter bestimmten Voraussetzungen können Informationen aus Gmail, Google Fotos und Google Drive künftig auch zur Personalisierung von Werbung beitragen. Voraussetzung ist, dass Nutzer entsprechende Verknüpfungen zwischen Google-Diensten aktivieren. Für Nutzerinnen und Nutzer in Österreich gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung: Die neue Regelung gilt nach bisherigem Informationsstand noch nicht in Europa.
Bislang betonte Google, dass Inhalte aus Gmail, Google Fotos und Google Drive nicht zur Personalisierung von Werbung verwendet werden. Diese grundsätzliche Aussage wurde inzwischen um eine Ausnahme ergänzt.
Werden persönliche Inhalte freiwillig mit anderen Google-Diensten verbunden, die personalisierte Werbung unterstützen, können bestimmte Informationen aus diesen Verknüpfungen unter entsprechenden Voraussetzungen auch für Werbezwecke genutzt werden.
Dabei geht es nicht darum, dass sämtliche privaten E-Mails oder gespeicherten Fotos automatisch für Werbung ausgewertet werden.
Entscheidend sind die aktivierten Funktionen und die persönlichen Datenschutzeinstellungen.
Ein Beispiel für die zunehmende Verknüpfung von Google-Diensten ist der KI-Assistent Gemini. Nutzer können dem Assistenten erlauben, auf bestimmte Informationen aus anderen Anwendungen zuzugreifen.
Dadurch lassen sich beispielsweise Aufgaben erledigen, bei denen Informationen aus E-Mails oder anderen gespeicherten Inhalten benötigt werden.
Solche Verknüpfungen können zusätzliche Möglichkeiten zur Personalisierung schaffen.
Google erklärt, dass bei freiwillig aktivierten Verbindungen bestimmte Daten auch für andere Google-Erlebnisse verwendet werden können. Abhängig von den Einstellungen kann dies grundsätzlich die Auswahl personalisierter Werbung einschließen.
Für Nutzerinnen und Nutzer in Österreich ist die regionale Einschränkung entscheidend.
Die neue Regelung zur werblichen Nutzung entsprechend verknüpfter Inhalte gilt bislang nicht in Europa.
Damit lässt sich aus der Änderung derzeit nicht ableiten, dass Google private Gmail-Nachrichten oder Fotos österreichischer Nutzer aufgrund der neuen Ausnahme für Werbezwecke verwendet.
Unabhängig davon bleibt es sinnvoll, regelmäßig zu überprüfen, welche Google-Dienste miteinander verbunden sind und welche Personalisierungsfunktionen aktiviert wurden.
Google bietet eine eigene Einstellung für personalisierte Empfehlungen in seinen Suchdiensten an. Dazu gehören unter anderem die Google-Suche, Google Maps, Google Shopping und Google News.
Wer diese Personalisierung nicht möchte, kann sie in seinem Google-Konto deaktivieren.
Dafür sind folgende Schritte vorgesehen:
Alternativ ist die Einstellung direkt über erreichbar.
Google weist allerdings darauf hin, dass dadurch weder gespeicherte Aktivitäten automatisch gelöscht noch sämtliche Personalisierungsfunktionen anderer Dienste deaktiviert werden.
Das Abschalten personalisierter Empfehlungen bedeutet nicht, dass Google den bisherigen Suchverlauf oder andere gespeicherte Aktivitäten automatisch entfernt.
Diese Daten können Nutzer gesondert über die Aktivitätseinstellungen ihres Google-Kontos verwalten.
Dort lässt sich unter anderem prüfen, welche Aktivitäten gespeichert werden und ob eine automatische Löschung eingerichtet ist.
Auch die Verwendung von Daten für personalisierte Werbung kann über Googles Anzeigeneinstellungen gesondert kontrolliert werden.
Die Änderung zeigt, wie eng Google seine verschiedenen Dienste miteinander verbindet.
Besonders KI-Funktionen können davon profitieren, dass Informationen aus mehreren Anwendungen gemeinsam genutzt werden.
Für Nutzer bedeutet das aber auch, dass die Berechtigungen und Einstellungen zunehmend wichtiger werden.
Wer Gmail, Google Fotos, Drive oder Gemini verwendet, sollte deshalb prüfen, welche Verbindungen aktiviert sind und welche Daten für Personalisierungsfunktionen freigegeben wurden.
(Red)
