
Nach dem letzten Schleudergang die Wäsche herausnehmen und die Tür der Waschmaschine offen lassen. Für viele Menschen gehört das zur gewohnten Haushaltsroutine. Schließlich soll die restliche Feuchtigkeit entweichen, damit sich keine unangenehmen Gerüche oder Schimmel bilden.
Doch wie das Technikportal CHIP berichtet, kann auch das dauerhafte Offenlassen der Waschmaschinentür Nachteile haben. Entscheidend ist, dass die Maschine nach dem Waschen ausreichend trocknen kann, ohne dass ihre Bauteile unnötig beansprucht werden.
Während eines Waschgangs sammeln sich Wasser und Feuchtigkeit in der Trommel, an der Türdichtung und in weiteren Bereichen der Maschine. Wird die Tür unmittelbar nach dem Waschen vollständig geschlossen, kann die Feuchtigkeit nur schwer entweichen.
Das feuchte Klima begünstigt die Entstehung von Biofilmen. Dabei handelt es sich um Ansammlungen von Mikroorganismen, die sich auf Oberflächen bilden können. Auch Schimmel und unangenehme Gerüche können dadurch begünstigt werden.
Deshalb ist es sinnvoll, die Waschmaschinentür nach dem Waschgang zunächst geöffnet zu lassen. Auch die Waschmittelschublade sollte Gelegenheit zum Trocknen bekommen.
Allerdings muss die Waschmaschinentür nicht ständig weit geöffnet bleiben. Laut CHIP können bei dauerhaft geöffneten Türen insbesondere die Scharniere beansprucht werden.
Die Tür übt durch ihr Eigengewicht eine Belastung auf die Befestigung aus. Bei ungünstiger Beanspruchung können langfristig Probleme beim Schließen entstehen.
Auch die Gummidichtungen spielen eine wichtige Rolle. Sie sorgen dafür, dass während des Waschgangs kein Wasser aus der Maschine austritt. Werden sie beschädigt oder verformt, kann die Dichtigkeit beeinträchtigt werden.
Wichtig ist allerdings: Dass eine dauerhaft geöffnete Tür zwangsläufig Schäden verursacht, ist nicht belegt. Wie stark die Bauteile belastet werden, hängt unter anderem von der Konstruktion der jeweiligen Waschmaschine ab.
Eine konkrete Orientierung liefert das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST. Demnach sollte die Tür nach dem Waschgang mindestens eine halbe Stunde offen bleiben, damit Feuchtigkeit entweichen kann.
Ob diese Zeit ausreicht, hängt davon ab, wie feucht die Trommel und die Dichtungen anschließend noch sind.
Wer wenig Platz im Badezimmer oder in der Küche hat, muss die Tür nicht vollständig aufschwenken. Auch eine leicht geöffnete Tür ermöglicht einen Luftaustausch.
Entscheidend ist, dass die Maschine ausreichend trocknen kann. Die Empfehlungen des jeweiligen Herstellers sollten dabei berücksichtigt werden.
Nicht nur die Stellung der Waschmaschinentür beeinflusst die Hygiene. Auch Waschmittelreste, Feuchtigkeit und Ablagerungen können dazu beitragen, dass sich mit der Zeit unangenehme Gerüche entwickeln.
Besonders die Gummidichtung verdient Aufmerksamkeit. In ihren Falten können sich Wasser, Flusen und Waschmittelreste sammeln.
Eine regelmäßige Reinigung hilft dabei, solche Ablagerungen zu entfernen. Nach dem Waschgang lässt sich zurückgebliebene Feuchtigkeit mit einem Tuch aufnehmen.
Auch die Waschmittelschublade sollte regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Dort können sich ebenfalls Rückstände ansammeln.
Neben dem Lüften ist die regelmäßige Reinigung der Maschine wichtig. CHIP empfiehlt dazu unter anderem Waschgänge mit höheren Temperaturen.
Bei der Verwendung von Waschmaschinenreinigern sollten die Angaben des Herstellers beachtet werden. Das gilt besonders für Hausmittel wie Essig, da diese nicht für jede Maschine beziehungsweise jedes Bauteil geeignet sind.
Auch die richtige Dosierung des Waschmittels spielt eine Rolle. Rückstände können sich in der Maschine ablagern und sollten deshalb möglichst vermieden werden.
Wer die Waschmaschine regelmäßig pflegt, Feuchtigkeit entfernt und die Tür nach dem Waschen ausreichend geöffnet lässt, kann das Risiko für unangenehme Gerüche und Schimmelbildung verringern.
Die wichtigste Erkenntnis: Die Waschmaschinentür sollte nach dem Waschen nicht sofort geschlossen werden. Dauerhaft weit offen stehen muss sie aber ebenfalls nicht. Entscheidend sind ausreichendes Trocknen, regelmäßige Reinigung und die Pflegehinweise des Herstellers.
(VIENNA.AT)
